Kontroversen in Militärethik und Sicherheitspolitik
Über Sinn und die Bedeutung von Empathie im Militär
Ist es kontraintuitiv, vom „empathischen Soldaten“ zu sprechen?
Empathie als eine mit dem Militärberuf kompatible oder sogar für ihn unabdingbare Eigenschaft zu betrachten, löst instinktiv Widerstand aus. Dahinter verbergen sich viele vernünftige Bedenken, die üblicherweise mithilfe klarer Definitionen von „Empathie“ und „Soldatentum“ zum Ausdruck kommen. In letzter Zeit wird der Widerstand durch einen bedenklich verächtlichen Ton in der öffentlichen Debatte verstärkt. Ich habe mir eine Podcast-Folge mit dem Titel „Is Empathy Toxic?“ („Ist Empathie toxisch?") angehört.[1] Am Ende erschienen mir die in jüngerer Zeit geäußerten Bedenken gegenüber der Empathie zu schlicht und nicht überzeugend. Die Tugend der Ehrlichkeit beispielsweise kann ebenfalls toxisch sein, genau wie jede andere Tugend, die auf die Spitze getrieben oder unvernünftig angewendet wird. So wird im Podcast unter anderem die Kritik geäußert, Empathie bedeute, zu jemandem in den Treibsand zu springen, der bereits darin feststeckt. In dieser Sicht versetzt man sich durch Empathie quasi wortwörtlich die Lage einer anderen Person. Doch viele wissenschaftlichen Untersuchungen (sowie vermutlich auch zahlreiche persönliche Erfahrungen des Kritikers) unterscheiden Empathie von „emotionaler Ansteckung“, also der reflexartigen und wenig hilfreichen Spiegelung des Erlebens einer anderen Person.
Ähnlich wie beim Begriff der emotionalen Ansteckung ist auch die Unterscheidung zwischen „emotionaler Empathie“ (die Gefühle des Gegenübers selbst fühlen) und „kognitiver Empathie“ (die Gedanken und Gefühle des Gegenübers gedanklich nachvollziehen) gebräuchlich.[2] Eine gängige und weitaus vernünftigere Empathie-Kritik als die eingangs erwähnten konzentriert sich auf die emotionale Empathie.[3] Ich stimme den dort geäußerten Bedenken zwar grundsätzlich zu – allerdings betreffen sie nur die emotionale Empathie, die ähnlich wie emotionale Ansteckung definiert wird. Das Ideal des Autors vom „rationalen Mitgefühl“, das den Einsatz von Empathie mit weiteren Tugenden und Fähigkeiten ausbalanciert, ähnelt einer in der Empathieforschung weitverbreiteten Auffassung, die ich in der Vergangenheit ebenfalls verwendet habe. Ich zögere jedoch, diesen Begriff zu verwenden, weil „rationales Mitgefühl“ genauso offen für ganz unterschiedliche Interpretationen erscheint wie „Empathie“ – allerdings fehlen die aus der Fachliteratur entnehmbaren Begriffsklärungen.
Im vorliegenden Text meine ich mit Empathie die kognitive Empathie, mit der einzigen Klarstellung, dass dies nach wie vor Emotionen berücksichtigt, allerdings ohne sie zu spiegeln. Empathie bedeutet, die Gedanken und Gefühle eines anderen Menschen in seinem persönlichen, sachlichen und kulturellen Kontext zu verstehen. Wichtig ist dabei, dass dieses Verstehen ein Gespür umfasst, wie ein anderer Mensch etwas erlebt, und nicht nur rein theoretische Behauptungen darüber aufstellt. Dieses charakteristische Gespür sollte jedoch nicht die Abgrenzung zwischen dem eigenen Ich und dem anderen Menschen unmöglich machen.
Sollte „Empathie“ letztlich nur noch emotionale Ansteckung bedeuten, bin ich bereit, den Begriff fallen zu lassen und stattdessen „Perspektivwechsel“, „erfahrungsgemäßes Verstehen“ einer Person oder sogar „rationales Mitgefühl“ zu verwenden. Meine Verwendung des Begriffs Empathie – der in der Tat semantischen Verschiebungen unterworfen sein kann – hängt an seiner anwendungsbezogenen Definition. Unumstößlich bleibt dabei die Verpflichtung (und der Vorteil) für Soldaten, das Erleben eines anderen Menschen bis zu einem gewissen Grad zu begreifen. Dieses Verständnis hilft ihnen, realistischer und präziser zu denken sowie aufgrund oberflächlicher Stereotypen getroffene Annahmen über andere Menschen zu vermeiden. Empathie ermöglicht es ihnen auch, sich selbst aus der Perspektive anderer zu sehen. So führt Empathie zu objektiverem Denken, indem sie hilft, Bestätigungsfehler (confirmation bias) zu vermeiden, ihre eigene Sichtweise für die einzige und vollständig zutreffende zu halten bzw. das Schweigen anderer Menschen automatisch als Zustimmung zu deuten.
Empathie verbessert auch die moralische Qualität der Entscheidungen, die Soldaten treffen – dieser Effekt ist wahrscheinlich noch offensichtlicher als das bereits erwähnte verbesserte Denken. Empathie betont die menschliche Seite von Kameraden, insbesondere von Untergebenen, und wirkt somit der Arroganz entgegen, die mit Rang und Privilegien einhergehen kann. Empathie hilft auch, die Sichtweisen, Prioritäten und Beweggründe der örtlichen Bevölkerung im Einsatzgebiet zu erkennen und dadurch die Menschen besser zu verstehen. Drittens zeigt Empathie die menschliche Seite des Feindes auf und wirkt dadurch Tendenzen der Entmenschlichung entgegen, aus denen so oft unmoralisches Handeln und unnötige Gewalt im Krieg erwachsen. Insgesamt betrachtet motiviert diese humanisierende Wirkung der Empathie den Einzelnen, weniger selbstbezogen zu handeln und andere Menschen mehr zu respektieren, sodass echte Gerechtigkeit entstehen kann. Empathie motiviert die Soldaten, mit Blick auf zwei grundlegende moralische Realitäten zu handeln: Der Krieg ist eine moralische Tragödie, und einzig das aufrichtige Streben nach einem gerechten und dauerhaften Frieden kann ihn rechtfertigen.
Wird sie nicht durch andere wichtige Tugenden ausbalanciert, kann Empathie die Soldaten in ihrem Denken und ihrer moralischen Entscheidungsfindung in die Irre führen. Ein Übermaß an Empathie kann Distanzverlust bewirken, bei dem das eigene unabhängige Urteilsvermögen durch die übermäßige Identifikation mit dem Erleben der anderen Person erodiert. Auf ähnliche Weise kann ein Übermaß an Empathie dazu führen, dass Menschen ihre Entscheidungen und Handlungen ständig grundlos hinterfragen. So kann es in Situationen von großer Tragweite, in denen schnelles Handeln gefragt ist, zu einem gefährlichen Zögern kommen. Ein solches Zögern könnte auch dadurch entstehen, dass Soldaten durch Empathie in der Tragik des Krieges versinken (tatsächlich, wie im Treibsand). Schließlich können Soldaten Empathie auch allzu selektiv einsetzen; die soziale Bindung an die eigene Gruppe kann dann so stark werden, dass eine Fremdgruppe entmenschlicht wird.
Diese positiven und negativen Aspekte der Empathie verdeutlichen, dass der Militärberuf eine reife Einstellung zur Moral erfordert. Wie bei jeder anderen Tugend ist ein ausschließlicher Gebrauch auch bei der Empathie fehleranfällig und moralisch bedenklich. Sie muss durch andere Tugenden im Gleichgewicht gehalten werden. Grundsätzlich geht es mir jedoch darum, dass ein völliger Verzicht auf Empathie das Urteilsvermögen der Soldaten ebenfalls fehleranfällig und moralisch fragwürdig werden lässt. Empathie ist wichtig, um den Soldatenberuf gut auszuüben.
Empathie sollte nicht länger nur als weibliche Tugend beschworen werden, genau wie stoische Härte nicht nur eine männliche Tugend ist
Ein zweiter Punkt sei an dieser Stelle kurz erwähnt: Der Militärberuf erfordert neben einem reifen Verständnis von Moral auch ein erwachsenes Verständnis von Männlichkeit. Empathie sollte nicht länger nur als weibliche Tugend beschworen werden, genau wie stoische Härte nicht nur eine männliche Tugend ist. Alle Soldatinnen und Soldaten müssen empathisch sein, um ihre Dienstpflichten ordnungsgemäß zu erfüllen. Traditionelle kriegerische Tugenden bleiben dennoch wichtig; sie müssen lediglich durch weitere Tugenden wie Empathie ergänzt werden. Gerade wenn dies nicht der Fall ist, steigt das Risiko einer moralischen Verletzung.
Führt Empathie zu moralischer Verletzung?
Ich behaupte, dass Empathie wichtig ist, um ein guter Soldat zu sein. Am Thema moralische Verletzung lässt sich dies belegen. In vielen Fällen von moralischen Verletzungen zeigt sich ein Mangel an Empathie, entweder bei der betroffenen Person oder bei ihren Vorgesetzten. Oft geht es um die beiden weiter oben beschriebenen moralischen Realitäten: In manchen Fällen wurde die Tragik des Krieges nicht bedacht – statt des erwarteten Ruhms trifft seine tragische Natur die Soldaten wie ein Schock –, während in anderen die rechte Absicht eines gerechten und dauerhaften Friedens aus dem Blick geriet. Dann fühlen sich die Soldaten schuldig, weil sie schlechtere Absichten hegen, auch wenn sich diese zu keinem Zeitpunkt in unmoralischen Handlungen geäußert haben.[4]Wenn Empathie gefördert wird, können solche Fälle moralischer Verletzungen verhindert werden, weil sich Soldaten dabei mit den moralischen Realitäten des Krieges auseinandersetzen, bevor sie auf dem Schlachtfeld auf sie stoßen.
Obwohl moralische Verletzungen den Nutzen von Empathie für Militärangehörige untermauern, muss ich zugleich einräumen, dass sie moralische Verletzungen auch begünstigen kann. Empathie steigert die moralische Sensibilität und damit potenziell auch das Risiko für moralische Verletzungen. Jeder Versuch, das moralische Bewusstsein der Soldaten im Rahmen ihrer Ausbildung zu schwächen und sie gegenüber der moralischen Komplexität des Krieges abzustumpfen, bestätigt das. Die gleiche Ausbildung kann kritisches Denken bei den Soldaten unterdrücken und versuchen, sie zu Maschinen umzufunktionieren. Kulturelle und nationalistische Propaganda kann durch Verunglimpfung des Gegners und Verehrung des eigenen Landes das moralische Bewusstsein beeinträchtigen. Diese Art von Ausbildung und Propaganda wird gelegentlich mit dem Argument verteidigt, sie diene dem Wohl der Soldaten und bewahre sie vor moralischer Verwirrung und Zweifeln. Es sei besser, empathische Impulse zu unterdrücken und die Soldaten von solchen quälenden Fragen zu erlösen.
Doch dieser Versuch der Fürsorge schlägt fehl, was sich ebenfalls anhand von moralischen Verletzungen belegen lässt. In der Fachliteratur finden sich zahlreiche Beispiele von Soldaten, die stoisch den Kampf ertragen und später im Prozess des „reflektierten Leidens“ zusammenbrechen.[5] Die Lösung kann nicht darin bestehen, eine solche Reflexion dauerhaft zu vermeiden (entweder durch den eigenen Willen der Soldaten, durch Ausbildung oder durch medizinische Eingriffe), denn ein solches Vorgehen würde unbewusste, verstörende Erschütterungszustände auslösen bzw. im schlimmsten Fall zu einer völligen Abstumpfung der sozialen und emotionalen Impulse und Fähigkeiten führen. Die einzig sinnvolle Lösung besteht darin sicherzustellen, dass Soldatinnen und Soldaten erstens in Kriegen und Gefechten eingesetzt werden, die einer moralischen Prüfung standhalten, und dass sie zweitens in die Lage versetzt werden, mit ihrem empathischen Verständnis für andere richtig umzugehen.[6]
Empathie sollte nicht als Ursache für moralische Verletzungen angesehen werden, sondern lediglich als deren Übertragungsweg
Die Tatsache, dass Empathie zu moralischen Verletzungen beitragen kann, kann daher nicht den Verzicht auf sie begründen. Empathie sollte nicht als Ursache für moralische Verletzungen angesehen werden, sondern lediglich als deren Übertragungsweg. Schließlich blenden wir Soldaten auch nicht, um sie vor dem grellen Sonnenlicht zu schützen; genauso wenig sollten wir Empathie auslöschen, um moralische Verletzungen zu verhindern. Wie das Augenlicht ist auch Empathie von unschätzbarem Wert und für das Wohlergehen der Soldaten unerlässlich.
Sinn und moralische Verletzung: Philosophisches Rüstzeug für Soldaten
Ich bin inzwischen überzeugt, dass Soldaten moralische Verletzungen besser vermeiden oder überwinden können, wenn sie ihre philosophische Reflexion über den Sinn des Lebens vertiefen. Dieses umfangreiche Thema kann hier nicht erschöpfend behandelt werden; ich möchte es lediglich mit Bezug auf Susan Wolfs Untersuchung des Sinns an einem Beispiel illustrieren und einige ihrer Erkenntnisse auf einen Fall von moralischer Verletzung anwenden.
Wolf definiert Sinn als „aktives Engagement in wertvollen Projekten oder Aktivitäten“[7]. Hier gibt es sowohl eine subjektive als auch eine objektive Komponente. Fehlt eine von beiden, so Wolf, schränkt dies den Sinn des eigenen Lebens ein. Fälle moralischer Verletzungen stützen Wolfs Argumentation, dass Sinn eine Komponente des menschlichen Wohlbefindens darstellt. Außerdem stützen sie Wolfs These, dass der erfolgreiche Abschluss von Projekten, die man für wertvoll befindet, zum Sinn beiträgt. Allerdings ist dies aus meiner Sicht nicht ganz so einfach: Je mehr der erfolgreiche Abschluss einer Aufgabe von Faktoren außerhalb der eigenen Kontrolle abhängt, desto mehr liegt die Sinnhaftigkeit in den eigenen Absichten und Möglichkeiten, nicht nur in den Ergebnissen.
Ein Fall von Sinnlosigkeit, mit dem sich Wolf auseinandersetzt, ist der sogenannte „Ruin“ (im Original: Bankrupt, d. Übers.). Eine Person engagiert sich aktiv für ein lohnendes Vorhaben, scheitert aber.[8] Stellen wir uns einen Wissenschaftler vor, dessen Lebenswerk durch den technologischen Durchbruch eines anderen Forschers überflüssig wird, oder eine Ehefrau, die ihre ganze Energie in eine Beziehung steckt, welche doch an der Untreue ihres Mannes zerbricht.
Oder betrachten wir den Fall des US-amerikanischen Offiziers Jeff Hall, ein weiteres ernüchterndes Beispiel für besagten „Ruin“. Hall trug sich mit Suizidgedanken, da ihn nach einem Einsatz im Irak Schuldgefühle plagten – und zwar „nicht wegen des Tötens, des Anblicks zerstückelter oder von Bomben zerfetzter Körper. Es lag am Verrat, am moralischen Verrat“[9]. Jeff Hall beschreibt, wie er bei einem Angriff Augenzeuge der versehentlichen Tötung einer einheimischen Familie wurde, die in ihrem Auto unterwegs war. Ihr grausamer Tod verstörte ihn, doch noch viel mehr verstörte ihn das beschämend stümperhafte Verhalten seiner Vorgesetzten sowie der Verwaltung, die das Regime von Saddam Hussein ersetzte. Hall konnte dadurch nicht der Bitte der Hinterbliebenen nachkommen, die Toten schnell zu beerdigen; es dauerte über einen Monat, bis den Angehörigen die „nicht einbalsamierten und bis zur Unkenntlichkeit verwesten“ sterblichen Überreste endlich übergeben wurden. Er erhielt den Befehl, der Familie das vorgesehene Kondolenzgeld zu übergeben, musste aber schockiert feststellen, dass die Summe nur 750 Dollar betrug. Der Onkel, dem er den armseligen Betrag in die Hand drückte, warf die Scheine auf den Boden. Schließlich beantragte die Familie Sterbeurkunden, um die Beerdigung in die Wege zu leiten. Hall holte die Urkunden beim Gesundheitsministerium ab, konnte den Beamten aber nicht davon überzeugen, das in „fetten roten Lettern“ aufgestempelte Wort „Feind“ zu entfernen. Es ist eine Sache, die unbeabsichtigten Todesfälle zu ertragen, die ein Krieg zwangsläufig mit sich bringt – doch die Demütigung und Ohnmacht aufgrund von Gleichgültigkeit, Inkompetenz und Nachlässigkeit der eigenen Behörden zu ertragen, steht auf einem ganz anderen Blatt.
So wie Hall seine Erfahrungen schildert, scheint er den Krieg, an dem er beteiligt war, nicht grundsätzlich anzuzweifeln. Was ihn quälte, war vielmehr die Unmöglichkeit, die sich daraus ergebenden nachgeordneten Projekte zu einem guten Abschluss zu bringen. Um es mit Susan Wolfs Worten auszudrücken, setzte sich Hall aktiv dafür ein, der unschuldigen irakischen Familie „gerecht zu werden“. Dieses Projekt blieb für ihn während seiner gesamten Einsatzzeit unverändert wertvoll. Zu keinem Zeitpunkt kam er zu dem Schluss, sein spezifisches Projekt sei nicht lohnend (der Wert der Hilfe für die irakische Familie steht auch nicht infrage). Genau dieser Wert war es, der ihn nach seiner Versetzung weiterhin leiden ließ. Halls extremes Reuegefühl zeigt, wie wichtig Erfolg für die Sinnhaftigkeit der eigenen Bemühungen sein kann (vielleicht sogar noch mehr, wenn man den größeren Kontext dieser Bemühungen hinterfragt). Wie Wolf hervorhebt, „scheint es zur Vermeidung von Situationen des Ruins notwendig zu sein, dass die eigenen Aktivitäten zumindest bis zu einem gewissen Grad erfolgreich sind (auch wenn es nicht leicht zu bestimmen ist, was als die richtige Art oder der richtige Grad von Erfolg zählt)“. Mit einer ähnlichen Einschränkung fasst Wolf ihre Gesamtthese zur Sinnhaftigkeit zusammen: „Ein sinnerfülltes Leben bedeutet eine aktive und zumindest einigermaßen erfolgreiche Beteiligung an einem Projekt (oder Projekten) von positivem Wert.“[10]
Wolf weist selbst darauf hin, dass der Fall des „Ruins“ ihre umstrittenste Kategorie von Sinnlosigkeit darstellt. Sie hängt davon ab, wie wichtig der Erfolg bei der Durchführung des Projekts wirklich ist. Was verbirgt sich hinter den Formulierungen „zumindest bis zu einem gewissen Grad“, „die richtige Art“ und „zumindest einigermaßen“ in Bezug auf den Erfolg? Wolf bezieht sich auf Erfolg im Sinne von Leistung, was am naheliegendsten ist. Doch Erfolg kann auch anders diskutiert werden: mit Bezug die Absicht bzw. die Zielsetzung sowie auf die Mittel. Beide Bedeutungen bieten ein gewisses Maß an Sinn, unabhängig vom tatsächlichen Gelingen. Erfolg in Bezug auf die Absicht bedeutet ganz einfach, über gute Ziele nachzudenken und etwas anzustreben, das die eigenen Mühen wert ist. Wenn sich Handlungsmacht aus drei Schritten zusammensetzt, so wäre dies Erfolg im ersten Schritt, nämlich der „Handlungsfähigkeit“.[11]
In ähnlicher Weise kann man auch beim Handeln selbst, dem zweiten Schritt von Handlungsmacht, erfolgreich sein – selbst wenn das angestrebte Ergebnis nicht erreicht wird. Dies lässt sich am besten erklären, wenn wir uns beispielsweise einen Landwirt vorstellen, der mit hinreichender Expertise sein Feld bestellt und die Saat korrekt ausbringt, aber wegen einer Dürre trotzdem keine gute Ernte erzielt. Würden wir ihn als „erfolgreich“ bezeichnen? Vielleicht zögern wir, da die Ernte ausbleibt; aber wir zögern genauso zu sagen, er sei „gescheitert“. Anhand der Spannungsverhältnisses zwischen dem, was der Landwirt beeinflussen kann, und dem, was nicht in seiner Macht steht, lässt sich Wolfs Einschätzung nachvollziehen, Erfolg sei nur „bis zu einem gewissen Grad“ für die Sinnhaftigkeit des Handelns von Bedeutung. Je weniger man beeinflussen kann, ob man ein bestimmtes Resultat erzielt, umso unwesentlicher ist es für den Sinn. Betrachten wir das Spannungsverhältnis aus einem anderen Blickwinkel: Möglicherweise würde man den Landwirt nicht mehr als erfolgreich bezeichnen, wenn er wegen der Dürre bei der Dorfgemeinschaft Wasser stiehlt – und zwar selbst wenn die Ernte üppig ausfällt. Denn die Mittel, mit denen das Ergebnis erreicht wurde, beeinflussen das Urteil über den Erfolg. Es scheint also drei unterschiedliche Wege zum Erfolg zu geben: die Wahl eines lohnenden Ziels, die Verfolgung des lohnenden Ziels auf eine bestimmte Art und Weise und das tatsächliche Erreichen des angestrebten Ziels.
Empfohlene Therapien für moralisch verletzte Menschen setzen nicht zuletzt darauf, Sinn in dem zu suchen, was sie kontrollieren können
Mit Blick auf den Sinn, der sich durch die Absicht, die Mittel und die tatsächlichen Ergebnisse des Handelns ergeben kann, sollte Wolfs archetypischer Fall des „Ruins“ ausdifferenziert werden. Die Person mag ihre Ziele nicht erreicht haben – aber wer sich lohnende Ziele setzt, bewahrt sich in jedem Fall ein Minimum an Sinn. Zweitens kann die Art und Weise, wie ein Ziel verfolgt wird, die Sinnhaftigkeit unterstreichen (oder auch mindern, wie im Fall des Landwirtes, der Wasser stiehlt). Dies gilt umso mehr, wenn die Auswahl der Ziele nicht dem eigenen Einfluss unterliegt – etwa beim Militär.[12] Empfohlene Therapien für moralisch verletzte Menschen setzen nicht zuletzt darauf, Sinn in dem zu suchen, was sie kontrollieren können. Im Mittelpunkt der psychologischen Arbeit mit den Soldatinnen und Soldaten steht der Versuch, ihre persönliche Geschichte neu zu erzählen, indem sie ihre traumatischen Erfahrungen sortieren und das, was in ihrer eigenen Hand lag, von dem trennen, worauf sie keinen Einfluss hatten.[13] Gleichsam kann jemand trotz des „Ruins“ Sinn aus den gewählten Absichten oder Mitteln ableiten, selbst wenn das Projekt an sich nicht erfolgreich verlaufen ist.
Halls Fall ist vielleicht deshalb so eindrücklich, weil es zunächst so scheinen mag, als hätte er über sein spezifisches Projekt – die Unterstützung der irakischen Familie – vergleichsweise mehr Kontrolle gehabt. Doch seine Nähe zu denjenigen, die tatsächlich darüber befanden und seinen Hilfsversuchen so gleichgültig begegneten, erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer lähmenden moralischen Verletzung. Umso näher lag es nämlich, seine eigene Unfähigkeit, ihr Verhalten zu beeinflussen, für sein Scheitern verantwortlich zu machen. Unerwarteterweise konnte er kaum etwas ausrichten (er durfte wohl davon ausgehen, dass er mehr Einfluss haben würde). Nicht einmal das Teilprojekt, auf das er sich konzentriert hatte, lag in seiner Hand. Hall kann nun zwar darauf verweisen, der Verrat liege bei denjenigen, die de facto die Kontrolle hatten; ihm selbst bleibt jedoch nur der (zugegebenermaßen schwache) Trost der eigenen guten Absichten und Handlungen, die sich aus der Empathie für die irakische Familie speisten.
Der Fall verdeutlicht, welcher Schaden entstehen kann, wenn Erfolg nur an Ergebnissen gemessen wird. Wer nicht alle Faktoren einer Situation beherrscht, Sinnhaftigkeit aber ausschließlich am Erreichen des angestrebten Ergebnisses festmacht, ist in hohem Maße anfällig für moralische Verletzungen.
Sinn finden – in übertragenen und selbst gewählten Projekten
Hall’s Probleme zeigen, dass „Menschen gleichzeitig Handelnde und Erduldende sind“[14]. Sie stecken sich aktiv bestimmte Ziele und entwickeln Pläne, um diese Ziele zu erreichen. Gleichzeitig begegnen ihnen Ereignisse und Konsequenzen in ihrem Leben, die sie sich nicht ausgesucht haben. Weder haben sie jemals alles ausschließlich selbst in der Hand, noch sind sie lediglich Erduldende, die gar nichts mehr bestimmen können. Der Mensch ist immer gleichzeitig Handelnder und Erduldender, auch wenn die jeweiligen Umstände der Situation die Gewichtung stets aufs Neue verschieben.
Oft suchen sich Menschen ihre Projekte aus, auf die sie sich im Leben konzentrieren; diese Fähigkeit scheint ihnen als Teil ihrer persönlichen Freiheit besonders am Herzen zu liegen. Doch nicht immer ist sie gegeben. In der Regel werden Menschen „von oben“ mit Projekten beauftragt. In Unternehmen, in politischen Organisationen, im Rahmen gesetzlicher Pflichten – und natürlich im Militärdienst – sind Menschen zur Umsetzung bestimmter Projekte verpflichtet. Erscheint ein Projekt nicht sinnvoll oder sogar hinreichend fragwürdig, bleibt die Möglichkeit, davon abgeleitete Projekte auszumachen, die wertvoll erscheinen (oder die ursprünglich ablehnende Haltung gegenüber dem übergeordneten Projekt zu revidieren). In den meisten Fällen erschöpft sich die Handlungsmacht einer Person nicht in der Ausführung des Projekts, sondern kann immerhin in diesen nachgeordneten Projekten zum Ausdruck kommen.
Zugegebenermaßen kann die Suche nach einem lohnenden nachgeordneten Projekt problematisch sein. In dem Maße, in dem es zu einem übergeordneten Projekt beiträgt, das sinnlos ist, wird dieser „Bewältigungsmechanismus“ zur Herstellung von Sinn (also ein als wertvoll erachtetes Ziel zu finden) scheitern. Man muss zugleich anerkennen, dass ein Teilprojekt auch den Sinn des übergeordneten Projekts verstärken kann, indem es ihm aufgrund der in seinen Einzelheiten enthaltenen Wertigkeit eine größere Legitimität verleiht.[15] In jedem Fall weisen umfangreiche Projekte in der Regel „Leerstellen“ oder Freiräume auf, innerhalb derer die Akteure ein erhebliches Maß an Autonomie ausüben können. Dies ist im militärischen Kontext häufig der Fall.
Dabei zeichnen sich Militärangehörige nicht dadurch aus, dass sie ihre jeweiligen Projekte von anderen empfangen. Wie bereits erwähnt, werden auch viele Zivilisten in allen Lebensbereichen mit Projekten betraut und arbeiten an deren Umsetzung, obwohl sie außerhalb ihrer Entscheidungsgewalt stehen. Was Militärangehörige unterscheidet, ist die Tatsache, dass die Projekte auch außerhalb normaler moralischer Grenzen liegen können und in einem Umfeld, in dem es oft keine funktionierende Rechtsstaatlichkeit gibt, die Zerstörung oder Beschlagnahmung von Eigentum bzw. die Gefangennnahme von Menschen beinhalten. Im militärischen Kontext gelten übergeordnete Projekte im Allgemeinen als sinnhaft, wenn sie den moralischen Grundsätzen der Theorie des gerechten Krieges entsprechen, insbesondere dem ius ad bellum. Soldaten übertragen einen großen Teil ihrer Autonomie in Bezug auf diese Grundsätze an hochrangige politische und militärische Führungskräfte. Sie behalten allerdings immer eine moralische Mitverantwortung für den Sinn des übergeordneten Projekts. Würde ein geplanter Militäreinsatz die Grundsätze des ius ad bellum in eklatanter Weise verletzen, läge es in der Verantwortlichkeit von Soldaten, die Einsatzbefehle zu verweigern. Solange ein solcher Fall nicht mit absoluter Klarheit vorliegt, sind sie jedoch in der Regel von dieser Verantwortung entbunden und dürfen dem Urteil ihrer Führung vertrauen.
Unabhängig von einer moralischen Beurteilung der Invasion im Irak als übergeordnetem Projekt fand Hall ein Teilprojekt, das für ihn Sinn hatte. Er unterstützte tatkräftig die Familien der getöteten irakischen Nichtkombattanten. Unglücklicherweise erwies sich sogar das Teilprojekt, dem er sich verschrieben hatte, als sinnlos. Auch wenn Hall vernünftigerweise von einem Urteil über die Sinnhaftigkeit des übergeordneten Projekts abgesehen haben mag, konnte er den offensichtlichen „Ruin“ seines selbst gewählten Projekts, nämlich der irakischen Familie zu helfen, nicht vermeiden. Sein Fall veranschaulicht das Risiko, das trotz des oben beschriebenen „Bewältigungsmechanismus“ (also der Konzentration auf als sinnhaft empfundene Teilprojekte) verbleibt.
Erfolg ausschließlich über das Ergebnis eines Projekts zu definieren ist ein Weg zur moralischen Verletzung
Solange ein Projekt wertvoll erscheint, sollte der Versuch, es umzusetzen, nicht deshalb als sinnlos betrachtet werden, weil es nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Wenn Erfolg oder Misserfolg zumindest teilweise außerhalb der eigenen Kontrolle liegen, lässt sich immer noch ein gewisser Sinn aus dem ableiten, was man noch in der Hand hat – also aus der Absicht, die dem Wert des Projekts entspricht, und den zu seiner Umsetzung eingesetzten Mitteln. Diese beiden Aspekte der Handlungsmacht des Individuums habe ich oben beschrieben. Der dritte Aspekt bezieht sich auf die tatsächlichen Ergebnisse, die durch Ausübung der eigenen Handlungsmacht erzielt werden. Erfolg ausschließlich über das Ergebnis eines Projekts zu definieren ist ein Weg zur moralischen Verletzung.
Halten wir an diesem Punkt muss die zentrale Rolle von Empathie in Bezug auf jeden dieser drei Aspekte fest. Wie bereits ausgeführt, bestärkt Empathie darin, nach einem gerechten und dauerhaften Frieden zwischen den Menschen zu streben – dem einzigen Grund, der einen Krieg rechtfertigen kann. (Hall setzte sich mit seinem Anteil am Krieg aktiv für diesen neuen Frieden ein.) Zweitens trägt Empathie durch Vermeiden entmenschlichenden Verhaltens dazu bei, dass Menschen sich für moralisch angemessene Methoden entscheiden. Außerdem verhilft Empathie zu einem Verständnis für Gegner und weitere Akteure und damit auch zu geeigneten Mitteln und Vorgehensweisen. (Hall verstand, wie wichtig es war, die Leichname der Verstorbenen mit korrekt ausgestellten Sterbeurkunden der Familie schnell zu übergeben.) Drittens erleichtert Empathie die richtige Beurteilung der Ergebnisse. Wer sich empathisch in alle Akteure eindenkt, wird weniger anfällig dafür sein, sich von zweifelhaften Berechnungen täuschen zu lassen. (Hall sah korrekt voraus, dass die Kondolenzzahlung in Höhe von 750 Dollar für die Hinterbliebenen ein Schlag ins Gesicht war.)
Empathie, Sinn und moralische Verletzung
Da die Pflichten von Soldatinnen und Soldaten so weitreichende Konsequenzen haben können und sich dadurch ihre Anfälligkeit für moralische Verletzungen erhöht, ist eine hinreichende Vorbereitung mit einem ausgereiften konzeptionellen Rahmen geboten. Neben den zahlreichen weiteren Risiken des Militärberufs sollten sie direkt mit der Möglichkeit einer moralischen Verletzung vertraut gemacht werden. Auch wenn Empathie unter Umständen moralische Wunden begünstigen kann, sollte sie dennoch als wesentlicher Bezugspunkt für kompetentes und ethisches Handeln im Militärberuf verteidigt werden. Der Sinn, den Soldaten zu bewahren hoffen, und der moralische Schaden, den sie zu vermeiden trachten, hängen davon ab, ob sie Empathie mit anderen relevanten Tugenden verbinden können. Hall verdiente Vorgesetzte, die diese Wahrheit begreifen − und die innerhalb ihrer Einheit eine Kultur schaffen, die sowohl die Umsetzung seiner wertvollen Projekte als auch die Bewältigung seiner gescheiterten Bemühungen unterstützt.
[2] Mein Dank geht an Rüdiger Frank für den Vorschlag dieser Kurzdefinitionen.
[3] Bloom, Paul (2016): Against Empathy: The Case for Rational Compassion. New York.
[4] Letzteres war möglicherweise ein häufiger Anlass für die Erforschung moralischer Verletzungen, da Soldaten Anzeichen von Trauma zeigten, obwohl kein Kriegsverbrechen stattgefunden hatte. Ich führe an anderer Stelle aus (The Empathetic Soldier. New York, 2022, S. 56−61 und 70−74), dass das Prinzip der rechten Absicht in der Theorie des gerechten Krieges nicht nur unter die Kategorie des ius ad bellum fallen, sondern auch explizit unter dem ius in bello aufgeführt werden sollte.
[5] Wilson, Mark (2014): Moral grief and reflective virtue. In: Werpehowski, William und Soltis, Kathryn Getek (Hg.): Virtue and the Moral Life. New York, S. 61. (Übersetzung aus dem Englischen.)
[6] Sollten Soldaten vielleicht nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst ein empathisches Verständnis entwickeln? Mein Dank geht an Angela Reinders für diese Frage. Selbstempathie erscheint mir erst einmal seltsam, da der Begriff suggeriert, man müsse die eigenen Gedanken und Gefühle erst aktiv begreifen, anstatt dass sie sofort offensichtlich wären. Und doch fällt es mir oft schwer, meiner Frau meine Gefühle und die Gründe dafür mitzuteilen. Am Begriff der Selbstempathie mag etwas dran sein; vielleicht sind die eigenen Gedanken und Gefühle doch nicht so offensichtlich. Einige namhafte Wissenschaftler, wie z. B. Nancy Sherman, verwenden diesen Begriff tatsächlich. Dennoch unterscheidet sich meiner Meinung nach die Einfühlung in das eigene Selbst in wichtigen Punkten von der Empathie mit anderen Menschen. Ich möchte diese auch von dem Selbstverständnis unterscheiden, das aus der Einfühlung in eine andere Person und deren Wahrnehmung von uns erwachsen kann. Denn hier bleibt die andere Person im Fokus unserer Empathie. Diese Selbsterkenntnis aus der Wahrnehmung einer anderen Person heraus stellt eine ganz eigene Art von Belohnung dar (diese Idee verdanke ich Edith Stein, wie dargestellt bei Zahavi, Dan (2014): Self and Other: Exploring Subjectivity, Empathy, and Shame. Oxford, S. 140).
[7] Wolf, Susan (2014): The Variety of Values: Essays on Morality, Meaning, and Love. New York, S. 113. (Übersetzung aus dem Englischen.)
[9] Dieser Bericht stammt aus Sherman, Nancy (2015): Afterwar. Kapitel 4 (Kindle-Datei). (Übersetzung aus dem Englischen.)
[10] Wolf, Susan (2014), siehe Endnote 7, S. 94. (Übersetzung aus dem Englischen.)
[11] Stanford Encyclopedia of Philosophy (2015/2019): On agency. plato.stanford.edu/entries/agency/ (Stand: 11.10.2025). (Übersetzung aus dem Englischen.)
[12] Dieser Gedanke verdient weitere Aufmerksamkeit. Weitere Arbeiten finden sich in der Forschung zu kollektiver Intentionalität, kollektiver Verantwortung und kollektiver Handlungsmacht (group agency) (zu Letzterem siehe Endnote 11).
[13] Wood, David (2014): Moral Injury: Healing. In: The Huffington Post, 20. März (Stand: 12.10.2025).
[14] Russell, Daniel C. (2015): Happiness for Humans. New York, S. 66. (Übersetzung aus dem Englischen. Im Original: „agents and patients“.) Ich schließe mich Russells Verwendung des Begriffs „patient“ (hier: „Erduldender“, d. Übers.) zur Bezeichnung einer Person an, die unkontrollierbare Umstände und deren Folgen passiv hinnehmen muss.
[15] Ich danke Rüdiger Frank für diesen ausgezeichneten Hinweis auf die Verstärkung der Sinnhaftigkeit des Projekts in einem größeren Zusammenhang.
Oberstleutnant a. D. Kevin Cutright war außerordentlicher Dekan und außerordentlicher Professor für Philosophie an der Militärakademie der Vereinigten Staaten. Im Irak und in Südkorea war er jeweils zweimal im Auslandseinsatz. Seine Erfahrungen in der Operationsführung bedingten sein Interesse an der Ethik militärischer Planung und soldatischen Verhaltens, an der Bedeutung der Empathie für den Militärberuf sowie an moralischer Verletzung. Er behandelt diese Themen in seinem Buch The Empathetic Soldier. Dr. Cutright promovierte an der Saint Louis University im Fach Philosophie, erlangte einen M.A. in Philosophie an der Vanderbilt University und einen Mastertitel in Militärkunst und -wissenschaft von der U.S. School of Advanced Military Studies.