Kontroversen in Militärethik und Sicherheitspolitik
Auch stoische Krieger zeigen Gefühle
Ohne Emotionen wäre das menschliche Leben nicht wiederzuerkennen, es wäre eine zombiehafte, im besten Falle pathologische Existenz. In jedem Alter und in fast allen Lebensbereichen sehen wir die Welt zum Teil durch die Brille unserer Emotionen. Das Warnsystem der Angst macht uns sensibel für Bedrohungen. Trauer und Leid machen uns den Verlust von Angehörigen bewusst. Wir verbinden uns mit anderen durch Liebe und Freundschaft. Wir kümmern uns um andere durch das Band von Kameradschaft, Empathie und Vertrauen. Unsere Ziele erreichen wir durch unsere Wünsche und, wenn wir mit anderen zusammenarbeiten, durch das Engagement für gemeinsame Ziele sowie den Teamgeist bei deren Verwirklichung. Wir arbeiten auf dauerhaften Frieden hin und setzen dabei unsere Hoffnungen und unser Vertrauen in unsere Partner.
Bei alldem verbinden uns Emotionen mit anderen Menschen und den anstehenden Aufgaben. Emotionen sind keine blinden Impulse, sondern oft sehr fein nuancierte Arten der Wahrnehmung. Sie sind Empfindsamkeiten; in Verbindung mit dem, was wir durch andere Arten der Wahrnehmung sehen und wissen, befähigen sie uns, die Besonderheiten komplexer Situationen zu erkennen und im Lichte dieser Beurteilungen Entscheidungen zu treffen. Um gut zu funktionieren, müssen Emotionen durch ein Gefühl für moralischen Anstand und Recht kultiviert und gebändigt werden. Wut, die sich weitgehend in wildem Rachedurst erschöpft, oder blauäugige Hoffnung führen uns nicht zu klugen oder vernünftigen Entscheidungen. Emotionen, die uns guttun, sind der Vernunft zugänglich und reagieren auf unsere eigenen Bedürfnisse und die anderer. Sie sind Bestandteil eines guten Charakters.
Die Schulung von Emotionen ist bei der Ausbildung verantwortungsvoller und kompetenter militärischer Kräfte entscheidend. Sie ist kein optionaler Teil der militärischen Erziehung und Ausbildung. Dennoch haben Emotionen beim Militär oft keinen guten Ruf oder man zählt, selbst wenn sie nicht grundsätzlich abgewertet werden, nur einige zum militärischen Habitus. Vorgesetzte können die Wut ihrer Untergebenen anstacheln, und seit den Zeiten Homers wird Wut oft als Möglichkeit gesehen, Soldaten Krieg schmackhaft zu machen. Aber wenn Krieger leiden, gilt das oft als Zeichen von Schwäche und fehlender Härte oder Entschlossenheit. Einige Vorgesetzte sind der Ansicht, Leid müsse unterdrückt werden oder dürfe allenfalls privat Ausdruck finden. „Runterschlucken, weitermachen“: An den Militärakademien, an denen ich unterrichtet habe, habe ich dieses Mantra oft gehört. Etwas vornehmer ausgedrückt lautet es: „Sei stoisch.“ Aber das ist eine nicht nur eine extreme, sondern eine zutiefst falsche und potenziell schädliche Auslegung von Stoizismus, die bleibende psychische und moralische Verletzungen hinterlassen kann.
Noch dazu handelt es sich um eine fehlerhafte Lesart der Hauptlehren des antiken Stoizismus und ein falsches Verständnis der stoischen Auffassung von Emotionen. So populär diese Deutung sein mag, verfälscht und verengt sie doch die Aussagen des antiken Stoizismus. Sie gibt auch andere bekannte Sichtweisen der antiken griechisch-römischen Tradition verzerrt wieder, insbesondere Aristoteles’ differenzierte Auffassung von Emotionen und den Möglichkeiten, diese bei der Charakterbildung auszubilden und einzuüben. Wir erweisen Soldatinnen und Soldaten einen Bärendienst, wenn wir diese antiken Traditionen hochhalten, aber nicht die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Noch mehr als das: Wir gefährden ihre geistige Gesundheit und ihr psychisches Wohlbefinden. Wenn wir sie routinemäßig dazu nötigen, ihre Emotionen zu unterdrücken oder schmerzliche Erfahrungen von Trauer oder Verlust auf unabsehbare Zeit zurückzuhalten, lassen wir sie emotional abstumpfen. Und die Wut, die in manch einem kocht, wird sich zwangsläufig andere Auswege suchen, manchmal auch in Form von Gewalt nach der Rückkehr in die Heimat. Einige bekämpfen ihre innere Unruhe mit Alkohol oder Drogen. Allzu oft wird das Thema psychische Gesundheit stigmatisiert, in den Streitkräften genauso wie in der Öffentlichkeit im Allgemeinen. Dass jemand beim Militär psychologische Hilfe sucht, ob bei der Militärseelsorge oder beim Sanitätsdienst, gilt häufig als Karrierekiller. Dabei ist Vermeidung der wahre Killer. Tiefe seelische Verletzungen können sich dadurch weiter verschlimmern.
Um zu verstehen, wie Emotionen das Wohlbefinden beeinflussen, ist es wichtig zu verstehen, was Emotionen sind. In der griechisch-römischen Tradition findet sich bereits ein umfassendes – und laut vielen klinischen Psychologinnen und Psychologen geradezu visionäres – Verständnis von Emotionen. Beginnen wir mit der Sichtweise von Aristoteles (384−322 v. Chr.), von der sich die später formulierten Standpunkte der Stoiker abheben.
Wie Aristoteles Emotionen verstand
Aristoteles ist der Auffassung, dass Emotionen eine kognitive Komponente haben. Sie sind nicht nur Begierden oder annehmliche bzw. schmerzhafte Gefühle. Sie beinhalten diese Elemente, aber in ihrem Kern findet sich eine Überzeugung, eine Wahrnehmung oder ein Urteil über ein Ereignis in jemandes Umfeld. Bei Wut etwa ist dies die Wahrnehmung oder das Urteil, dass jemand ungerechtfertigt angegriffen oder benachteiligt wurde. Das Urteil ist mit Gefühlen von Schmerz oder Verzweiflung, die auf dieser Überzeugung beruhen, aufgeladen und davon durchdrungen. Der offensichtliche ungerechtfertigte Angriff kann das Verlangen wecken, darauf zu reagieren. In Übereinstimmung mit der archaischen homerischen Tradition sagt Aristoteles, dass der Wunsch nach Rache eine häufige Reaktion ist. Aber wir können auf Verfehlungen anders als mit Rache antworten. Wir können auf einen Angreifer zugehen und mit ihm darüber zu diskutieren beginnen oder das Gesetz bzw. höhere Autoritäten anrufen. Auge um Auge ist nicht der einzige Weg, auf Angriffe zu reagieren.
Die Schlüsselaussage ist, dass Zorn situationsgerecht, angemessen, adäquat sein kann, was Aristoteles bekanntlich mit „die Mitte treffen“ umschreibt. „Wer nun zürnt, worüber er soll und wem er soll und ferner wie, wann und wie lange er soll, wird gelobt.“ Zorn, der die Mitte trifft, ist ein Gefühl berechtigten Schmerzes, wenn man benachteiligt wird, und eine angemessene Reaktion darauf. Laut Aristoteles sind jene, die angesichts der schlimmsten Verfehlungen ruhig bleiben, möglicherweise einfach nur gefühllos oder abgestumpft. Diese Art von Gleichgültigkeit ist, ebenso wie kochende Wut, ein Charakterfehler. Sie kann auch ein Zeichen für Unterwürfigkeit sein, ein Aufgeben des eigenen Willens. Aber, und das ist hier von Bedeutung, berechtigter Zorn muss nicht Vergeltung nach sich ziehen. Ein Gefühl der moralischen Entrüstung kann beim Erkennen schädlicher Ungerechtigkeiten entscheidend sein, aber Entrüstung ist kein Freibrief für Vergeltung. Wenn die Ungerechtigkeiten von staatlichen Akteuren ausgehen, kann man sich möglicherweise auch anders zur Wehr setzen als mit Waffengewalt.[1]
Emotionen: Die Auffassung der Stoiker
Epiktet, Seneca und Mark Aurel, die römischen Stoiker des ersten und zweiten Jahrhunderts nach Christus, nehmen den Standpunkt von Aristoteles aufs Korn. Zorn ist ein Laster, so ihre Behauptung. Er unterstützt nicht die Tugend und er ist auch niemals notwendig, um zu entsprechenden Handlungen zu motivieren. Seneca (um 4 v. Chr.–65 n. Chr.) ist in diesem Punkt unmissverständlich: „[...] so hat der Zorn doch Nichts an sich, was Nutzen bringt, auch spornt er nicht den Muth zu kriegerischen Thaten an.“ Er ist in allen seinen Formen ein Laster, und Tugend sollte sich seiner nie bedienen. Seneca untermauert diesen Punkt, indem er eine Analogie zum geschickten Umgang mit Waffen herstellt. Wenn man etwas bekämpfen müsse, bestehe wahre Tugend nicht in aufwallendem Zorn, sondern in Ruhe, „nicht anders als Geschosse, die von Wurfmaschinen geschleudert werden, in der Gewalt des Schießenden sich befinden, wie weit sie geschleudert werden“.[2]
Senecas Metapher bezieht sich auf die Funktionsweise eines Katapults: Man braucht die richtige Spannung eines Bandes oder das richtige Drehmoment eines Seils. Sobald diese gelöst werden, wird die gespeicherte Energie freigesetzt und bewegt den Katapultarm, der das Projektil abfeuert, nach vorn. Auch Tugend hat ihre eigene Spannung und gespeicherte Energie, die angemessen moduliert werden und Handlungen auslösen kann. Sie ist eine eigenständige Triebfeder und braucht, wie Seneca hier sagt, keinen Zorn-Impuls als "Gehilfen". Tugend kann ihre Wirkung allein entfalten, und das sogar noch viel besser, als wenn erhitzte Gemüter oder unkontrollierte Wut gebändigt werden müssen.
Kurz gesagt, Zorn widersetzt sich der Modulation. Der griechische Stoiker Chrysipp vergleicht Zorn mit einem schnellen Läufer – einmal in Bewegung, kann er nur schwer anhalten. Sein Argument ähnelt dem von Seneca: Zorn ist wie ein Geschoss, das von einem Artilleristen abgefeuert wird, der die Kontrolle verloren hat oder von Anfang an nicht hatte.
Zorn kann ein außer Kontrolle geratener Impuls sein, aber wie bei allen normalen Emotionen ist sein grundlegenderer Mangel aus stoischer Sicht, dass er fehlgeleitet ist. Er beruht auf einer Fehleinschätzung. Wie Aristoteles verstehen die Stoiker gewöhnliche Emotionen im Kern als Arten von Überzeugungen oder Einschätzungen. Aber aus ihrer Sicht sind sie falsche Auffassungen von dem, was wirklich gut oder schlecht ist. Sie führen uns vollkommen in die Irre. Im Fall von Zorn werden Beschimpfungen und Beleidigungen, Missbrauch und Übergriffe, Verletzungen und Verfehlungen irrtümlich für echtes Unheil gehalten. Daher versuchen die Stoiker etwas anderes zu lehren, nämlich dass es tatsächlich Dinge gibt, die uns nichts ausmachen sollten. Sie sind „gleichgültig“. Wir können das Unheil, das uns von außen trifft, nur schwer kontrollieren, ebenso wie die Schicksalsschläge oder Wechselfälle des Lebens nicht in unserer Hand liegen. Was wir jedoch kontrollieren können, ist unsere eigene Güte, unsere Tugend. Und darauf müssen wir uns konzentrieren. „Manches steht in unserer Macht, manches nicht.“ So eröffnet Epiktet das Enchiridion oder Handbüchlein der Moral. Wenn wir unseren Weg in der Welt ruhig und gelassen gehen wollen, müssen wir Werte neu vermessen, und wir müssen lernen, Dingen, die außerhalb unserer Kontrolle liegen, auf Gefühls- und Verhaltensebene neu zu begegnen.[3]
Geben uns die Stoiker eine Anleitung zur Unterdrückung von Emotionen? Ich würde sagen, nein
Ist das eine Anleitung zur Unterdrückung von Emotionen? Fordern Stoiker allgemein Gelassenheit auch angesichts gröbster Verletzungen der persönlichen Würde oder, im Fall von Staaten, bei Verletzungen der Souveränität oder der Menschenrechte? Ich würde sagen, nein. Zugegeben, die Stoiker greifen diese Probleme nicht auf. Aber sie hatten ein komplexes Verständnis des kognitiven Gehalts von Emotionen und betonten, dass wir es uns zur Gewohnheit machen müssen, die Einschätzungen und Überzeugungen im Kern unserer emotionalen Reaktionen zu überprüfen; wir dürfen daher annehmen, dass sie umfangreiche Kenntnisse haben, um uns in diesen Dingen anzuleiten. Ihr Auftrag ist aktuell, umfassender und aufgeklärter und beinhaltet die Erziehung, nicht die Unterdrückung der Emotionen. Wenn wir die antiken Stoiker lesen, müssen wir berücksichtigen, dass ein Autor wie Epiktet ein Sklave zur Zeit Neros war. Er fand Freiheit durch innere Kontrolle und Gleichmut. Es war die einzige Befreiung, die er angesichts schwerer Entbehrungen finden konnte. Unsere heutigen Lebensumstände sind nicht unbedingt die seinigen. Was aber gleich bleibt, ist die Notwendigkeit, Emotionen mit Weisheit und uneingeschränktem Respekt für die Menschlichkeit zu erziehen. Das ist etwas, was uns eine allgemeine stoische Erziehung der Emotionen lehren kann. as eine Anleitung zur Unterdrückung von Emotionen? Fordern Stoiker allgemein Gelassenheit auch angesichts gröbster Verletzungen der persönlichen Würde oder, im Fall von Staaten, bei Verletzungen der Souveränität oder der Menschenrechte? Ich würde sagen, nein. Zugegeben, die Stoiker greifen diese Probleme nicht auf. Aber sie hatten ein komplexes Verständnis des kognitiven Gehalts von Emotionen und betonten, dass wir es uns zur Gewohnheit machen müssen, die Einschätzungen und Überzeugungen im Kern unserer emotionalen Reaktionen zu überprüfen; wir dürfen daher annehmen, dass sie umfangreiche Kenntnisse haben, um uns in diesen Dingen anzuleiten. Ihr Auftrag ist aktuell, umfassender und aufgeklärter und beinhaltet die Erziehung, nicht die Unterdrückung der Emotionen. Wenn wir die antiken Stoiker lesen, müssen wir berücksichtigen, dass ein Autor wie Epiktet ein Sklave zur Zeit Neros war. Er fand Freiheit durch innere Kontrolle und Gleichmut. Es war die einzige Befreiung, die er angesichts schwerer Entbehrungen finden konnte. Unsere heutigen Lebensumstände sind nicht unbedingt die seinigen. Was aber gleich bleibt, ist die Notwendigkeit, Emotionen mit Weisheit und uneingeschränktem Respekt für die Menschlichkeit zu erziehen. Das ist etwas, was uns eine allgemeine stoische Erziehung der Emotionen lehren kann.
Admiral James B. Stockdale und Epiktet
Ich kannte einen Marineoffizier, der in den Lehren von Epiktet Zuspruch fand. Epiktets Situation war für ihn wie seine eigene. Als der erfahrene US-Marineflieger James B. Stockdale am 9. September 1965 über Vietnam abgeschossen wurde und mit dem Fallschirm in die Hände des Feindes sprang, sagte er zu sich mit bemerkenswerter Weitsicht: „Mindestens fünf Jahre werde ich da unten bleiben. Ich verlasse die Welt der Technologie und betrete die Welt von Epiktet.“ Dessen Enchiridion war Stockdales Bettlektüre in den vielen Offiziersmessen, in denen er sich aufhielt, als er Mitte der 1960er-Jahre in den Gewässern vor Vietnam kreuzte. Er prägte sich vieles aus Epiktets schmalem Buch ein. In den siebeneinhalb Jahren als Kriegsgefangener in Nordvietnam wurden die Lehren der Stoiker zu seinem Überlebenselixier. Ihre Philosophie passte zu den Herausforderungen des Kriegsgefangenendaseins, in dem ihm fast alle körperliche und seelische Nahrung vorenthalten wurde. Das Überleben im Kriegsgefangenenlager war der Versuch, unter Extrembedingungen und angesichts unaussprechlicher Entbehrungen die Kontrolle zu behalten.
Aber selbst für Stockdale bedeutete als Stoiker zu leben nicht, Emotionen oder das Verlangen nach Anschluss und Verbindung zu ersticken. Mithilfe von Geheimcodes und unsichtbarer Tinte schrieb er voller Sehnsucht an seine Frau Sybil. Mit den ihm unterstellten Truppen blieb er auch in der Gefängniszelle in Verbindung. Er sehnte sich nach ihrer Gesellschaft, auch wenn er dies nur durch das Tippen von Morsecodes auf eine Gefängniswand oder durch andere Verschlüsselungstechniken – etwa durch Bürstenstriche in einem Eimer, in den die Gefangenen ihre Notdurft verrichteten – mitteilen konnte. Nie verlor er die die Hoffnung, auch weil er wusste, dass seine Frau Sybil in Washington, D.C., hart für die Freilassung der amerikanischen Kriegsgefangenen kämpfte – obwohl es sieben Jahre dauern sollte. Der Stoizismus lehrte ihn nicht, emotional abzustumpfen oder seine Wünsche und Gefühle zu unterdrücken, sondern mit Schläue sein Überleben zu sichern und nach Kontrolle zu streben, wo er sie finden konnte. Er stand fast unmöglichen Herausforderungen gegenüber: zweieinhalb Jahre Einzelhaft, oft in Fußeisen. Folter, um ihm Staatsgeheimnisse abzupressen. Ein gebrochenes Bein, das er sich zugezogen hatte, als er nach seiner Landung mit dem Fallschirm vom Straßenmob verprügelt wurde. Der Bruch verheilte nie und verursachte ihm während seiner Gefangenschaft und lange danach endlose Schmerzen. Stoizismus bedeutete auch, „die Zähne zusammenzubeißen“. Aber er löschte seine Hoffnung, seine Liebe, seine Bindung zur Familie, zu seinen Soldaten und zum Land nicht aus. Er blieb in Verbindung und emotional lebendig. Dieser emotionale Geist war entscheidend dafür, wie er seine Truppen führte, selbst in Gefangenschaft. Und dafür, wie er diese überstand.[4]
Mark Aurel: Leben in Verbundenheit
Ein anderer, noch berühmterer militärischer Führer wandte sich bei seiner Suche nach innerer Stärke ebenfalls den stoischen Lehren zu. Aber auch diese Form des Stoizismus war stark von Emotionen und sozialen Bindungen durchdrungen. Die Rede ist von Mark Aurel, der im zweiten Jahrhundert (121−180 n. Chr.) römischer Oberbefehlshaber und Kaiser war. Er schrieb bei Einbruch der Nacht, während der Feldzüge gegen die Germanen an der Donau; bedrückende Bilder von Schlachtfeldern erinnerten ihn daran, wie wichtig der Erhalt menschlicher Verbindungen ist. Man stelle sich eine abgetrennte Hand und einen Kopf neben dem restlichen Torso vor, so sein Gedanke: „[…] so etwas tut sich derjenige selbst an, der […] sich absondert“ von der Gemeinschaft, deren Teil er ist. Nicht auszuschließen, dass ihn tief sitzende Bilder vom Töten im Nahkampf und von zerstückelten Körpern verfolgten. Aber er nutzte die Vorstellung, um sich nicht nur die Unversehrtheit des intakten Körpers, sondern auch die Integrität einer menschlichen Gemeinschaft, die durch einen gemeinsamen Zweck verbunden ist, vor Augen zu halten.
Mark Aurels Beobachtungen waren ursprünglich rein private Aufzeichnungen. Doch mit der Zeit wurden sie öffentlich, fanden ein großes Publikum und sind unter dem Titel Selbstbetrachtungenbekannt. Es sind die Betrachtungen eines Befehlshabers auf der Suche nach innerer Stärke im Angesicht des anstürmenden Feindes und der Antoninischen Pest, einer Seuche, die ihn und seine Truppen heimsuchte. Es sind aber auch die Betrachtungen eines Heerführers, der auf der Verbindung und Zusammenarbeit von Menschen als Teil eines größeren Gemeinwesens bestand. Als vernünftige Wesen sind wir „zu einer einheitlichen, gemeinsamen Tätigkeit bestimmt.“ Man solle wiederholt zu sich sagen: „Ich bin ein ‚Melos‘ (Glied) im System aller vernünftigen Wesen.“[5] Die Idee beeinflusste die europäische Aufklärung und besonders die Arbeit von Immanuel Kant. Auch Kant drang auf eine Gemeinschaft vernunftbegabter Menschen, die durch das moralische Gesetz miteinander verbunden sind, aber auch durch das Gefühl der Achtung für die Vernunft, die in jedem Menschen als moralischem Akteur verkörpert ist. Er mahnte gemeinschaftliche Anstrengungen an, die Marc Aurel als entscheidend für eine Kampftruppe und ihren Korpsgeist ansah. Entscheidender ist jedoch, dass beide den Kooperationsgeist und das Gefühl der Verbundenheit betonten, die für das Leben in einer gemeinsamen, von Ordnung und Vernunft bestimmten Welt notwendig sind.
Moralische Verletzung
Emotionen verbinden uns mit anderen. Aber sie verbinden uns auch mit uns selbst. Unsere Emotionen anzuerkennen, sie zu erkennen, zu benennen, sie zu beherrschen, wenn sie unberechenbar sind, und sie zu erziehen, wenn sie Führung brauchen – all dies gehört zur Selbsterkenntnis. Das Zeugnis unserer Emotionen trägt einen Teil dazu bei.
Aber der Krieg löst schmerzvolle Gefühle aus, die oft kaum zu ertragen sind und den Soldaten seelische Qualen bereiten. Manchmal sind es Scham- oder Schuldgefühle aufgrund von Unfällen, die sich unter ihrer Aufsicht ereignen, für die sie aber nichts können. Manchmal wegen der Ausführung von Operationen, von denen man weiß, dass sie ungerechtfertigt sind oder die Einsatzregeln verletzen, obwohl sie von einem Vorgesetzten befohlen wurden. Manchmal wegen der Teilnahme an einem Krieg, dessen Grund man einst für legitim hielt, den man nun aber als ungerechtfertigt oder sinnlos ansieht. Manchmal, weil man für Kollateralopfer verantwortlich ist und diese hätte minimieren sollen. Manchmal, weil man hilflos mitansehen musste, wie ein Kamerad von Aufständischen getötet wurde, die als Nichtkombattanten getarnt waren.
Wenn posttraumatischer Stress im Kern eine Angstreaktion auf eine Bedrohung des Lebens ist, dann ist eine moralische Verletzung die Reaktion auf moralische Bedrohungen
Im Krieg mangelt es nicht an Stressfaktoren, die das Gefühl erschüttern können, eine gute Seele zu haben oder über einen zuverlässigen Kompass zu verfügen, der einen das Richtige tun und das Falsche vermeiden lässt. Wenn posttraumatischer Stress im Kern eine Angstreaktion auf eine Bedrohung des Lebens ist, dann ist eine moralische Verletzung die Reaktion auf moralische Bedrohungen. Sie ist eine Reaktion auf eine wahrgenommene moralische Verfehlung, die den Sinn für Güte und Menschlichkeit überwältigen kann. Sie kann die Überzeugung untergraben, dass man noch eine gute Seele hat. Eine Soldatin oder ein Soldat kann das Gefühl haben, etwas zutiefst Falsches getan zu haben, etwa weil er beim Sichern eines wichtigen Checkpoints auf ein durchrasendes Auto geschossen und dabei ein Kind getötet hat. Oder, wie im Fall eines mir bekannten Soldaten, weil durch ihn versehentlich ein Kamerad zu Tode kam. Der Mann litt unter den Folgen eines schrecklichen Unglücks: Während er das Kommando hatte, wurde einer seiner Soldaten durch unbeabsichtigtes Feuer aus einem Turmgeschütz getötet. In einem anderen Fall hatte ein Soldat den Befehl, Schmerzensgeld an die Hinterbliebenen von versehentlich getöteten Zivilisten auszuzahlen, wobei der Betrag angesichts dessen, was die Familie erlitten hatte, erbärmlich niedrig war. Hinzu kam noch die Demütigung, dass der Soldat der Familie die Leichen nicht rechtzeitig für das Begräbnis übergeben konnte, sodass sie monatelang in der irakischen Hitze verwesten. Als man sie schließlich geborgen hatte, wurden sie von den irakischen Behörden entgegen den Tatsachen als „feindliche Kombattanten“ etikettiert.[6]
Solche Vorfälle können das Gefühl von Soldatinnen und Soldaten für das Gute zerstören. Sie zersetzen den Glauben daran, dass sie auch im Krieg noch gute Menschen sein können. Welche Menschen werden sie sein, wenn aus dem Krieg zurückkehren? Werden sie diese Verletzungen für immer mit sich herumtragen? Andererseits würden wir einen Soldaten für rücksichtslos und hartherzig halten und ihm das moralische Gewissen absprechen, wenn er vom extremen menschlichen Leid und der Zerstörung im Krieg unberührt bliebe. Wir wollen, dass sich Soldatinnen und Soldaten auf angemessene Art psychisch wappnen. Aber wir wollen nicht, dass sie unempfindlich für die moralischen und emotionalen Reaktionen werden, die durch das Töten und den Gebrauch von Waffen hervorgerufen werden.
Es gibt nicht die eine moralische Verletzung, die alle Fälle abdeckt. Sich der moralischen Verletzung bewusst zu werden, erfordert für den einzelnen Soldaten oft, ein Gespür für die feinen Unterschiede der Emotionen zu entwickeln. Durch Emotionen und ein Verständnis dieser Emotionen, ihrer Wurzeln und der Wege, auf denen sie Wunden allmählich heilen, legt man moralisch Rechenschaft ab. Der einzelne Soldat muss Verantwortung für seine Handlungen übernehmen. Aber das gilt auch für politische Entscheidungsträger mit Bezug auf die Kriege, in die sie ihre uniformierten Staatsbürger schicken. Nicht Soldaten erklären anderen Ländern den Krieg, sondern das gewählte politische Personal. Und deren Wählerinnen und Wähler. Trotzdem sind es noch immer die Soldaten, die moralische Verletzungen sowohl erleiden als auch verursachen können. Dass zudem auch Zivilistinnen und Zivilisten in Kriegsgebieten grauenvolle, schwerwiegende Verletzungen und Todesfälle erleiden, kann man tagtäglich auf der ganzen Welt beobachten.
Was noch nicht genügend Beachtung findet, sind die Wunden, die Soldatinnen von den eigenen Kameraden zugefügt werden. Ich habe einmal eine Angehörige der Luftwaffe interviewt – nennen wir sie „Sally“ –, die im Alter von 22 Jahren im Irak eingesetzt wurde. Der tägliche Gang in die Kantine führte ihr schonungslos vor Augen, wie gefährdeten sie als Frau in einem überwiegend von Männern dominierten und sexistischen Militär war. „Wenn ich reinkam, wurde ich von allen angestarrt.“ – „Ich fühlte mich wie eine Jagdbeute.“ Nicht nur ihre Kameraden waren beteiligt, sondern auch Offiziere, also genau diejenigen, an die sie sich um Unterstützung wenden sollte. Aber nicht nur das tägliche Begafftwerden beim Mittagessen belastete sie; besorgt fragte sie sich, ob sie ihren Kameraden im Gefecht vertrauen könnte. Wenn sie nach dem Wäschewaschen wiederkam, um ihre Sachen zusammenzulegen, bemerkte sie regelmäßig, dass ihre Unterwäsche fehlte. Hinter dem Diebstahl ihrer BHs und Slips vermutete sie einen Streich übelwollender Männer. Sie fühlte sich bloßgestellt und machte sich Gedanken darüber, wie sie ihrer Mutter erklären sollte, warum sie regelmäßig mehrere neue Care-Pakete mit Unterwäsche statt mit Süßigkeiten brauchte. Sie glaubte nicht, dass sie ihre Vorgesetzten, die sie so anstarrten, um Hilfe bitten und ihnen vertrauen könnte. Also stand sie es allein durch. In anderen Fällen wiesen Frauen ihre männlichen Kollegen vom Sanitätsdienst darauf hin, dass es bei den Außentoiletten auf Militärbasen keine Behälter zur Entsorgung gebrauchter Tampons gab und die hygienischen Bedürfnisse von Frauen keine Beachtung fanden. Man machte sich über sie lustig, weil sie als Frauen ihren Zyklus hatten.
Eine andere Frau, die ich kenne, ist heute Kampfpilotin in einem hohen Offiziersrang und Trägerin zahlreicher bedeutender militärischer und akademischer Auszeichnungen. Zu Beginn ihrer Laufbahn hörte sie den ihr überstellten Offizier sagen, ihre bloße Anwesenheit auf der Basis zerstöre den „Status quo“ und beschädige „Erbe und Tradition“. Um ins „Kumpel-Netzwerk“ aufgenommen zu werden, wollte sie diese anfangs übertrumpfen, indem sie noch vulgärere Lieder sang, sexistische Bemerkungen wiederholte und die Männer unter den Tisch trank. Später wurde ihr klar, dass sie damit ihre eigene Würde untergrub. Rettung fand sie, als ein ranghoher Offizier, der ihr Talent sah, ihre herausragenden akademischen Fähigkeiten kannte und ihre Karriere unterstützte, ihr ehrlicher Mentor wurde.[7]
Nicht alle Frauen im Militärdienst finden solche Mentoren. Und in den Vereinigten Staaten haben weibliche Führungskräfte beim Militär momentan immer geringere Chancen. Bald könnte es noch mehr und noch schlimmere moralische Verletzungen in den Streitkräften geben, die sich die Führungskräfte selbst zufügen. So werden die Investitionen in die Fähigkeiten und Talente einer Nation verschwendet. Es ist eine Selbstschädigung, eine schreckliche und tragische Schwächung einer Streitmacht.
Moralische Heilung
Wie heilt man die Wunden des Krieges? Wie kehrt man nach Hause zu Familie und Freunden zurück, die vielleicht nicht gedient haben oder die Belastungen des Krieges nicht aus erster Hand kennen? Auch hierfür ist es entscheidend, die Rolle von Emotionen zu würdigen. In diesem Fall sind Vertrauen und Hoffnung der Schlüssel.
Und auch dabei können wir wieder von der antiken griechischen Tradition lernen. Der große Tragödiendichter Sophokles war selbst General. Seine Generation hatte jahrzehntelangen, ununterbrochenen Krieg erlebt. Er schrieb eine Art „Heimkehrstücke“ für Soldaten und Nichtsoldaten gleichermaßen. Ein solches Stück war Philoktetes, die Geschichte eines verwundeten griechischen Kriegers, der von Odysseus auf dem Feldzug gegen Troja zurückgelassen wurde.
Philoktetes war für seine Kameraden zur Belastung geworden. Wegen eines Schlangenbisses wimmerte er vor Schmerzen. Der Gestank der offenen Wunde und seine Schmerzensschreie wurden für die anderen unerträglich, sodass er von seiner eigenen Mannschaft ausgesetzt und auf einer einsamen Insel am Peloponnes zehn Jahre sich selbst überlassen wurde. Das heißt so lange, bis Philoktetes’ heiliger Bogen − ein Geschenk des Halbgottes Herakles, mit dessen Hilfe er auf der verlassenen Insel jagen und überleben konnte − zur letzten Hoffnung der Griechen im Kampf gegen Troja wurde. Und so kehrte Odysseus zurück, um Philoktetes (und besonders dessen Bogen) zu retten. Der schlaue Odysseus wagte nicht, sein Gesicht zu zeigen, da er für das Zurücklassen seines eigenen Mannes mitverantwortlich war. Aber er lehrte einen jüngeren und fügsamen Kämpfer mit Namen Neoptolemus, wie er eine Freundschaft zu Philoktetes aufbauen sollte, um den Bogen zu sichern.
Die Wendung im Stück besteht darin, dass durch die Beziehung zwischen dem jungen Neoptolemus (dessen Name „junger Krieger“ bedeutet) und dem verlassenen und älteren Philoktetes (in dessen Name „Freundschaft“ oder „freundschaftliche Gefühle“ anklingen) echtes Vertrauen erwächst. Durch diese neue Freundschaft beginnt Philoktetes’ Heilung. Er gewinnt das Vertrauen in seine Kameraden sowie neue Hoffnung in sich und seinen Selbstwert zurück. Er kann nach Hause zurückkehren; die moralische Heilung hat bereits begonnen. Das Band von Vertrauen und Freundschaft zu anderen, die seine seelischen Qualen verstehen, hilft, seine Kriegswunden zu heilen.
Sophokles erzählte diese Geschichte vor einem Publikum von etwa 15.000 Menschen im großen Amphitheater in Athen, vor voll besetzten Rängen mit Veteranen und ihren Familien und vor politischen und militärischen Führungspersönlichkeiten in den ersten Reihen. Sie alle waren gespannt darauf, die Erzählung des großen Tragödiendichters zu hören und zu sehen. Sie verstanden, was das Stück über Resilienz lehrte. Sie verstanden auch, dass sie als aufnehmende Gemeinschaft entscheidend für die Heilung ihrer heimkehrenden Soldaten waren. Viele von ihnen waren selbst im Krieg gewesen. Aber auch wenn nicht, wussten sie um die Härte endloser Kriege und wollten für jene da sein, die endlich zurückkehrten. Sophokles als General wusste das auch. Er half seinem Land nach Jahrzehnten des Krieges bei der Heilung. Er half Soldaten, heimzukehren und wieder ein ziviles Leben aufzunehmen.
Wir alle können etwas daraus lernen. Wir schicken Soldaten in den Krieg, sind aber oft nicht da, um ihnen zu helfen, wieder heimisch zu werden oder nach ihrer Rückkehr Sicherheit, Unterkunft, angemessene medizinische Versorgung und Vertrauen zu finden. Wir scheuen uns oft davor, ihre Geschichten zu hören, aus Angst, sie nicht zu verstehen oder nicht zu wissen, was wir sagen sollen. Daher sagen wir manchmal nur „danke für Ihren Dienst“. Viele Soldaten, die ich kenne, lässt diese banale Reaktion kalt. Sie fühlen sich entfremdet und isoliert. Ein Teil meiner Arbeit an der Universität und in größeren Kontexten besteht darin, Soldaten zuzuhören und das weiterzuerzählen, was sie sie mir erzählen. Das allein ist ein Weg, Vertrauen aufzubauen und Soldaten zurück nach Hause in die Gemeinschaft zu bringen.
Wir kämpfen noch immer in langwierigen Kriegen, in der Ukraine, in Gaza, in Nordafrika, im Jemen und anderswo. Soldatinnen und Soldaten egal welchen Ranges brauchen die Unterstützung ihrer Heimatländer und auch der internationalen Gemeinschaft. Zivilistinnen und Zivilisten in Kriegsgebieten verhungern und die Zahl der Todesopfer ist erschreckend hoch. Die psychischen und moralischen Wunden des Kriegs zu versorgen ist eine gemeinsame Aufgabe und nicht nur das Privatproblem einer Soldatin oder eines Soldaten.
[1] Aristoteles (2007): Die Nikomachische Ethik. Übersetzt von Olof Gigon, neu hg. von Rainer Nickel. Düsseldorf, II. 11, 1125b30−33.
[2] L. Annaeus Seneca (1969): De Ira/Über den Zorn, I.9.1–2. In: ders.: Philosophische Schriften. Lateinisch und deutsch. Erster Band: Dialoge I–VI. Übers., eingel. und m. Anm. vers. von Manfred Rosenbach. Stuttgart.
[3] Epiktet (1996): Handbüchlein der Moral. Zürich, S. 15. Weitere Informationen über Stoizismus siehe Sherman, Nancy (2022): Stoische Weisheit. München.
[4] Siehe Sherman, Nancy (2005): Stoic Warriors. New York, S. 1−9.
[5] Mark Aurel (2010): Selbstbetrachtungen. Griechisch-deutsch. Hg. und übers. von Rainer Nickel. Mannheim, S. 195, S. 155.
[6] Sherman, Nancy (2015): Afterwar. New York, S. 77−81.
[7] Details zu diesen Berichten siehe Sherman, Nancy (2015), s. Endnote 6, S. 105−147.
Nancy Sherman ist Distinguished Professor und Professorin für Philosophie an der Georgetown University. Sie hat eine Gastprofessur am Georgetown Law’s Center im Bereich Nationale Sicherheit und Recht. Sherman setzt sich für die psychische Gesundheit von Militärangehörigen und Veteranen in den USA und im Ausland ein und berät zum Thema. Sie hält Vorträge im In- und Ausland über antike Philosophie, Militärethik, moralische Verletzungen, die Moralpsychologie des Krieges und Emotionen. Zu diesen Themen hat sie mehr als 70 Artikel und mehrere Bücher verfasst. Der Titel ihres nächsten Buches lautet How to Have a Soul: What Aristotle Teaches UsAbout Lasting Happiness (Yale). Weitere Informationen unter www.nancysherman.com