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Wie Russland seinen Krieg gegen Europa ausweiten könnte

Einleitung

In der Diskussion über einen möglichen russischen Angriff auf einen NATO-Mitgliedstaat stehen zunehmen die Jahre 2029–2030 als entscheidende Wegmarken im Fokus. Deutsche Militär- und Geheimdienstanalysen sowie zahlreiche europäische Prognosen deuten darauf hin, dass Russland bis zum Ende dieses Jahrzehnts wieder ausreichende militärische Kapazitäten aufbauen könnte, um die NATO direkt herauszufordern. Eine übermäßige Fokussierung auf diese Daten birgt jedoch die Gefahr einer falschen Gewissheit. Strategische Zeitpläne werden nicht allein durch den Aufbau militärischer Kräfte bestimmt. Wie Jana Puglierin argumentiert, ergibt sich das Verhalten eines Staates aus dem Zusammenspiel von Absichten, Fähigkeiten und wahrgenommenen Chancen[1]. Die entscheidende Frage lautet daher nicht einfach, wann Russland militärisch bereit sein wird, sondern wann Moskau die Bedingungen als ausreichend günstig einschätzt.

Die Annahme, Russland könne noch mehrere Jahre benötigen, bevor es eine direkte Konfrontation mit der NATO in Betracht zieht, beruht weitgehend auf quantitativen Berechnungen – diese ähneln allerdings den Fehleinschätzungen von 2021 und Anfang 2022. Zwar haben die russischen Streitkräfte enorme Verluste an Soldaten und Ausrüstung erlitten, doch das opportunistische, an Machtgewinn orientierte Denken des Kremls bringt qualitative Variablen ins Spiel. Das russische Regime braucht Erfolge, die als Siege präsentiert werden können. Dabei muss es sich nicht unbedingt um bedeutende Gebietsgewinne in der Ukraine oder in NATO-Staaten handeln. Auch die Erreichung strategischer Ziele fällt darunter, etwa die Zerschlagung des Bündnisses selbst, indem die Uneinigkeit und Unvorbereitetheit der NATO entblößt werden.

Militärisch stagniert Russland beim Vorstoß über ukrainische Ortschaften wie Mala Tokmachka hinaus, wo sich die Kämpfe bereits länger hinziehen als die historische Belagerung Karthagos. Auf strategischer Ebene gelingt es Moskau jedoch, die transatlantischen Beziehungen zu destabilisieren sowie den geopolitischen und verteidigungspolitischen Diskurs der westlichen Eliten und der Bevölkerung zu beeinflussen. Zudem haben Russlands Provokationen gegen NATO-Staaten, wie etwa die Verletzungen des polnischen und rumänischen Luftraums, eine völlige Unvorbereitetheit auf neue Herausforderungen offenbart; dies könnte Russland dazu veranlassen, viel früher als von Experten erwartet alles auf eine Karte zu setzen. Trotz massiver personeller Verluste könnte der Kreml im Anschluss an die russischen Wahlen im Herbst eine erneute Mobilmachung anordnen. Parallel dazu vollzieht sich bereits eine umfassende Neuaufstellung der russischen Streitkräfte: Es entsteht eine Armee, die in moderner Kriegsführung geschult und gegenüber eigenen Verlusten weitgehend unempfindlich ist – Eigenschaften, die den europäischen Streitkräften fehlen.

Daraus lassen sich zwei gegensätzliche Schlussfolgerungen ziehen: Einerseits mag angesichts der bescheidenen Ergebnisse der sogenannten „militärischen Spezialoperation“ Skepsis geboten sein, ob Russland überhaupt fähig ist, die NATO militärisch zu bedrohen. Andererseits könnte der Kreml zu dem Schluss kommen, es sei an der Zeit, ein größeres strategisches Ziel anzustreben: nicht einen weiteren kostspieligen Vorstoß in Richtung Kyjiw, sondern die Schwächung bzw. die tatsächliche Zerstörung des Zusammenhalts in der NATO. Dies käme einem bedeutenden symbolischen Triumph gleich, der unter den gegenwärtigen Umständen – der geopolitische Fokusverschiebung der USA in Richtung China sowie Washingtons tiefer Verstimmung gegenüber der NATO wegen mangelnder Unterstützung im Irankrieg – perfekt mit den geopolitischen Zielen Russlands im Einklang stünde. Käme es tatsächlich zu einem Konflikt zwischen den USA und China, wird Russland seine Aggression im eigenen Interessensgebiet – den angrenzenden europäischen Staaten – unverzüglich ausweiten.

Russland führt bereits Krieg gegen Europa

In den Debatten über Russland dominiert weiterhin die Annahme, Europa befinde sich derzeit in einem Zustand des Friedens oder zumindest außerhalb eines formellen Kriegszustands. Der Everywhere War Tracker[2] des Sahaidachnyi Security Centers widerlegt dies jedoch fundamental, da selbst die kinetischen Dimensionen des Konflikts kontinuierlich schwelen. Darüber hinaus begreift die russische Militärdoktrin Konflikte zunehmend als ein Kontinuum, in dem politische, informationelle, wirtschaftliche, Cyber- und kinetische Instrumente nicht nacheinander, sondern gleichzeitig zum Einsatz kommen. In unserem Bericht The Denied War[3], der auf den eigenen Untersuchungen des Sahaidachnyi Security Centers basiert, argumentieren wir, dass Moskau – ganz im Sinne der russischen Militärdoktrin – hybride Aktivitäten weder als Ersatz noch als eigenständige Kriegsform betrachtet. Vielmehr dienen sie als konkrete Phase zur Vorbereitung des Einsatzumfelds, die die notwendigen Voraussetzungen für spätere militärische Operationen schafft.

Ein wichtiger Bestandteil dieser Vorbereitung ist die kognitive oder, in russischer Diktion, mentale[4] Kriegsführung. Russland sieht sich in einer zivilisatorischen Konfrontation und damit in einem existenziellen Krieg, in dem sich nur eine von zwei Denkweisen durchsetzen kann und die andere ausgelöscht werden soll. Zwar mag Russland die Wiederherstellung seiner Einflusssphäre aus Sowjetzeiten anstreben, doch seine eigentlichen Ziele reichen weit darüber hinaus. Moskau hat die Zerstörung der gesamten Denkungsart demokratischer Gesellschaften und die Zerschlagung des europäischen Projekts im Sinn – ein Resultat, das selbst ohne nennenswerte Gebietsgewinne einen fundamentalen strategischen Sieg für Russland bedeuten würde.

Dafür gibt es immer mehr Belege. Der Everywhere War Tracker dokumentiert ein breites Spektrum an Vorfällen unterhalb der Kriegsschwelle in ganz Europa, darunter Cyberoperationen, unbefugtes Eindringen in Hoheitsgewässer, Sabotageakte, Luftraumverletzungen, Störungen von GPS-Signalen und Beschädigungen kritischer Infrastruktur. Es handelt sich dabei nicht um vereinzelte Ereignisse; im zeitlichen Verlauf zeigt sich sowohl eine quantitative Zunahme als auch eine qualitative Veränderung.

Der Bericht The Denied War stellt zudem bei den russischen Aktivitäten unterhalb der Schwelle zum bewaffneten Konflikt seit Mitte 2023 einen deutlichen Übergang von anfänglichen „Störungen“ hin zu einer operativen Vorbereitung des Einsatzumfelds fest. Das Spektrum der Aktivitäten hat sich zudem signifikant verschoben: Während anfangs Einflussoperationen, Desinformationskampagnen und sporadische Cybervorfälle dominierten, stehen nun Sabotageakte gegen kritische Infrastrukturen, Operationen spezialisierter Sabotagenetzwerke, Angriffe mittels elektronischer Kriegsführung, Luftraumverletzungen sowie das systematische Ausspähen strategischer Einrichtungen im Vordergrund.

Die Drohnenaktivitäten veranschaulichen diesen Wandel besonders deutlich. Während sie anfangs weitgehend als Provokation wahrgenommen wurden, dienen wiederholte Überflüge über strategische Standorte, militärische Einrichtungen und kritische Infrastruktur zunehmend militärischen Zwecken, die über eine reine Signalfunktion hinausgehen. Aktivitäten wie die nachrichtendienstliche Aufklärung, die Infrastrukturkartierung, das Testen der Luftabwehr sowie die Erfassung von Zieldaten, Schwachstellen und Reaktionszeiten dienen der konkreten Einsatzplanung. Aus dieser Perspektive betrachtet bereitet sich Russland nicht auf einen zukünftigen Krieg gegen Europa vor; vielmehr führt es bereits einen. Die größte Ungewissheit liegt demnach nicht in der Frage, ob Feindseligkeiten stattfinden, sondern wo letztlich die Grenze zu einer unbestreitbaren militärischen Konfrontation verläuft.

Vom unterschwelligen Konflikt bis zum offenen Krieg: ein Einsatzszenario

Eine der größten Schwächen der westlichen Bedrohungsanalyse ist die hartnäckige Annahme, eine künftige Konfrontation mit Russland könne den Modellen konventioneller Kriege des 20. Jahrhunderts ähneln. Der russische Angriff wird jedoch anders verlaufen. Moskau wird höchstwahrscheinlich seine traditionelle strategische Doktrin mit den operativen Erfahrungen und den in der Ukraine erprobten Fähigkeiten in neuartiger Kriegsführung verknüpfen. Die europäischen Streitkräfte beobachten zwar die einzelnen Komponenten auf dem ukrainischen Schlachtfeld – darunter Drohnenschwärme, eine adaptive elektronische Kampfführung, ein engmaschiges taktisches Echtzeit-Gefechtsnetzwerk, dezentrale Bodenoperationen mit verbundenen Waffen sowie eine unbemannte Logistik –, verkennen dabei jedoch grundlegend, wie dieser tödliche Algorithmus synchronisiert und direkt gegen NATO-Territorium eingesetzt werden wird.

Laut The Denied War wird der Übergang zum offenen Konflikt nicht als plötzlicher, mechanisierter „Blitzkrieg“ über eine Landesgrenze hinweg erfolgen. Vielmehr vollzieht er sich im Rahmen eines hochkoordinierten Einsatzablaufs, der darauf abzielt, den Verteidiger zu blenden, zu lähmen und zu zermürben, noch bevor groß angelegte Bodenoperationen beginnen. Im Falle einer Aktivierung würde sich dieser Einsatzplan voraussichtlich über vier miteinander verknüpfte Phasen erstrecken.

Die erste Phase markiert exakt den Übergang von unterschwelligen Aktivitäten zu offenen, vollumfänglichen Feindseligkeiten. Sobald das primäre Ziel der Desensibilisierung erreicht ist – also die westlichen Alliierten so zu konditionieren, dass sie permanente Spannungen als Normalzustand wahrnehmen und die Krise zur Routine wird –, wird die Schwelle zum offenen Konflikt übertreten. Dies geschieht durch koordinierte Cyber- sowie cyber-physische Sabotageakte gegen kritische Infrastrukturen, die mit Operationen kognitiver und informationeller Kriegsführung kombiniert werden. Damit soll ein systemischer Schock erzeugt werden, also der Eindruck eines totalen Kontrollverlusts. Aktivierte Schläferzellen und geheime Netzwerke ohne nachweisbare Verbindung zu Russland würden gezielte Angriffe auf Stromnetze, Offshore-Energieinfrastrukturen, Unterseekabel sowie Glasfaser-Backbones – die „Achillesferse“ der nordisch-baltischen Region – durchführen und zentrale Eisenbahnknotenpunkte lahmlegen. Hafenanlagen wären priorisierte Ziele für Sabotageangriffe, um den Zulauf von NATO-Verstärkungskräften gezielt zu blockieren und logistisches Chaos auszulösen. Drohnengestützte Sabotageoperationen gegen die Energie- und Militärinfrastruktur – einschließlich strategischer NATO-Luftwaffenstützpunkte – dürften Kontinentaleuropa nach dem Vorbild der ukrainischen Operation „Spiderweb“[5] flächendeckend treffen. Als Operationsplattformen hierfür dienen voraussichtlich kommerzielle Tankerflotten sowie vorbereitete Schläferzellen.

In der nahezu zeitgleich anlaufenden zweiten Phase würde Russland eine umfassende, multidimensionale Luftoffensive starten, die auf die operative Tiefe des gegnerischen Raums abzielt. Russland verfügt bereits über ein gewaltiges Arsenal an Marschflugkörpern und ballistischen Raketen und stockt dieses nach wie vor auf. Das taktische ballistische Raketensystem Iskander-M (Lagerbestand über 200 Einheiten, monatliche Produktionsrate 60 Einheiten)[6] stellt eine besondere Bedrohung dar, denn Europa verfügt über keine flächendeckende Abwehrfähigkeit gegen dieses Waffensystem, abgesehen von begrenzten Kapazitäten zur Raketenabwehr durch US-amerikanische Patriot-PAC-3-Bestände. Mit einer Reichweite von 500 Kilometern bedroht das System sämtliche potenziellen Ziele in Lettland, Litauen und Estland sowie Teile Polens, Deutschlands und Schwedens. Moskau hat zudem kürzlich die Serienproduktion einer Iskander-Variante[7] mit einer Reichweite von 1000 Kilometern aufgenommen, wodurch ein Großteil Europas in den potenziellen Wirkungsbereich fällt. The Denied War verweist auf die besondere Konzentration dieser Systeme bei der 152. Raketenbrigade in der Exklave Kaliningrad neben Mehrfachraketenwerfersystemen der Typen Uragan und Smerch bei der 244. Artilleriebrigade.

Die Luftangriffe würden jedoch über herkömmliche Raketenangriffe hinausgehen und in großem Umfang kostengünstige und skalierbare Plattformen im Kurz- und Mittelstreckenbereich einbeziehen. Hierzu zählen der massierte Einsatz von Starrflügel-Drohnen der Geran-/Gerbera-Klasse, Loitering Munition, Trägersysteme für Drohnen („Mutterschiffe“) mit autonomer Kamikaze-Munition und Systeme zur Minenverlegung. Dazu kämen automatisierte Relais-Systeme, die darauf ausgelegt sind, Kommandoknotenpunkte und die Logistik im Küstenbereich zu schwächen. Ein vorrangiges strategisches Ziel in dieser Phase ist die präventive Ausschaltung der hochmodernen strategischen Plattformen sowie der luftgestützten Fähigkeiten der NATO am Boden. Auch wenn der Erfolg dieser Operationen angesichts der Ausweichlagerung der NATO-Streitkräfte und ihrer physischen Schutzvorrichtungen ungewiss bleibt, stellt die unhinterfragte Annahme unbestrittener westlicher Luftüberlegenheit eine gefährliche Wette dar. Fallstudien aus der Ukraine und dem Iran zeigen, dass hybride Ansätze, die massiert eingesetzte unbemannte Systeme mit konventionellen luftgestützten Fähigkeiten kombinieren, etablierte Luftwaffendoktrinen ernsthaft infrage stellen können.

In der nächsten Phase – vorausgesetzt, westliche Luft- und Seestreitkräfte überleben und reagieren – stützt sich die Strategie Russlands auf eine extreme Streuung der Einsatzmittel und die Schaffung einer lokal begrenzten, äußerst letalen Kampfzone. Diese über 40 Kilometer tiefe kill zone wäre für die elektronischen Mittel der Alliierten praktisch undurchdringlich. Sie beruht auf dem massiven Einsatz von Verbänden unbemannter Systeme, die in die geschichtete bodengestützte Luftverteidigung integriert sind. Eine hochmoderne elektronische Kriegsführung würde die Kommunikation und die vernetzten Systeme der Verteidiger unterdrücken, während sichere, auf Frequenzsprungverfahren und Glasfaserverbindungen basierende Kommandoverbindungen für die russischen Streitkräfte aufrechterhalten würden. Innerhalb dieses Raums würden hoch erfahrene, verstreut operierende Verbände von Drohnenpiloten – ähnlich der russischen Drohneneinheit „Rubikon“ – systematisch die Logistik im rückwärtigen Nahbereich zerschlagen und alle befestigten Frontstellungen außer Gefecht setzen.

Sobald das Lagebewusstsein effektiv beeinträchtigt und die kill zone etabliert wäre, würden russische Bodentruppen vorrücken. Doch statt massiver Panzerkolonnen würde Russland in dieser Phase auf zahlreiche taktische Kleinverbände setzen, die unter dem Schutz autonomer, endphasengelenkter FPV-Drohnen und anderer letaler Systeme operieren. Zwar könnten sie im Falle eines unvorbereiteten Ziels rasch vorrücken, doch ihre Standardvorgehensweise wäre der in der Ukraine perfektionierte methodische, schleichende Vormarsch, um zentrale Knotenpunkte einzunehmen und zu halten. Direkt nach der Einnahme des Gebiets wird eine befestigte physische und elektromagnetische Blase errichtet, um nachhaltige Gegenangriffe zu verhindern.

Diese letzte Phase würde wahrscheinlich im dauerhaften Sichern und Halten des Terrains bestehen. Den russischen Strategen ist bewusst, dass sie einen umfassenden, weitreichenden und lang andauernden technologischen Konflikt mit dem Westen nicht gewinnen können. Indem Russland die NATO in einen langwierigen, blutigen Nahkampf auf eigenem Boden zwingt, versucht es, Europas niedrigste Reizschwelle auszunutzen: die gesellschaftliche Ablehnung menschlicher Verluste. Das politische Ziel besteht nicht darin, große Gebiete zu erobern, sondern die NATO zu demütigen und politisch zu zerstören, indem ihre Unfähigkeit unter Beweis gestellt wird.

In einem solchen Einsatzszenario ist es gefährlich, die militärischen Kräfteverhältnisse mit veralteten Methoden wie der Zählung traditioneller mechanisierter Brigaden zu messen. Die wahren Maßstäbe für Einsatzbereitschaft und Abschreckung erfordern nun eine Schwerpunktverlagerung hin zu kostengünstiger Präzisionsfeuerkraft und agiler elektronischer Kriegsführung auf strategischer wie taktischer Ebene. Dies umfasst eine geschichtete Luftverteidigung inklusive Drohnenabwehr (C-UAS), resiliente Führungs- und Informationssysteme sowie eine hochgradig adaptive Logistik auf der „letzten Meile“, die die Verschmelzung der Letalität von Front und rückwärtigem Raum berücksichtigt.

Geostrategische Szenarien eines potenziellen russischen Angriffs

Der Suwałki-Schachzug

Unter den in The Denied War untersuchten Szenarien erscheint die Einnahme der Suwałki-Lücke entweder als die plausibelste Option oder als unverzichtbarer Bestandteil aller anderen, umfangreicheren Optionen. Der 65 Kilometer lange Korridor (Luftlinie) zwischen Belarus und Kaliningrad stellt sowohl für Russland als auch für die NATO die größte geografische Schwachstelle im Baltikum dar. Die Besetzung dieses Gebiets würde die baltischen Staaten von Verstärkung auf dem Landweg abschneiden und ein begrenztes territoriales Ziel bilden, das unverhältnismäßig große strategische Wirkungen entfalten könnte. Gleichzeitig birgt seine Existenz aus Moskaus Sicht das dauerhafte Risiko einer Blockade Kaliningrads durch NATO-Streitkräfte – vorausgesetzt, das Bündnis entschließt sich dazu –, was Russlands Handlungsspielraum in der Folge erheblich einschränken könnte. Nur die Kontrolle über die Suwałki-Lücke mindert dieses Risiko. Andernfalls bliebe eine kombinierte Land- und Seeblockade in jedem größeren konventionellen Krieg eine plausible Reaktion der Alliierten. Diese strategische Verwundbarkeit erklärt, warum Russland seine ersten Schritte mit ziemlicher Sicherheit auf die Sicherung der Suwałki-Lücke ausrichten wird.

Ein vollumfänglicher Krieg im Baltikum

Eine groß angelegte russische Offensive gegen die baltischen Staaten würde simultane Operationen in den Dimensionen Land, See, Luft, Cyber und Weltraum umfassen. Dabei kämen fortschrittliche Technologien wie massierte Raketen- und Drohnenangriffe, Drohnenschwärme, elektronische Kampfführung sowie Marinedrohnen zum Einsatz. Am Boden würde dies Vorstöße in mehrere Richtungen von Belarus aus beinhalten, mit dem Hauptaugenmerk auf der Einnahme des Suwałki-Korridors, um die Verteidigung der gesamten Region rasch zu lähmen und die Bereitschaft zum umfassenden Krieg mit der NATO zu demonstrieren.

Russlands strategische Kultur bevorzugt ehrgeizige, risikoreiche Operationen gegenüber begrenzten Zielen. Wie die Invasion der Ukraine 2022 zeigte – als Moskau zeitgleiche Vorstöße auf mehreren Achsen startete, anstatt sich auf erreichbarere Ziele wie den Donbass zu konzentrieren –, setzt der Kreml oft auf maximalistische Risikostrategien. Dieses Muster, gepaart mit Putins offensichtlicher militärischer Selbstüberschätzung (die durch irreführende Erfolgsmeldungen seiner Generäle genährt wird), lässt eine breit angelegte Offensive mit dem Ziel einer raschen Kapitulation Estlands, Lettlands und Litauens als plausiblen Eventualfall erscheinen.

Einnahme von Gotland / Saaremaa / Hiiumaa

Laut The Denied War sind isolierte russische Operationen gegen Gotland oder andere strategisch wichtige Ostseeinseln relativ unwahrscheinlich. Im Rahmen eines umfassenderen regionalen Konflikts könnten diese Inseln jedoch massiv an Bedeutung gewinnen. Das strategische Ziel bestünde in diesem Fall darin, mittels Antischiffsraketen, Luftabwehrsystemen sowie maritimen und luftgestützten Drohnenkapazitäten eine hochwirksame Anti-Access/Area Denial-Zone (A2/AD) zu errichten. Eine solche Blockade könnte Marineverstärkungskräfte der NATO effektiv abfangen, die baltischen Staaten isolieren und Moskau zugleich strategische Druckmittel für diplomatische Ultimaten liefern. Die operativen Risiken sind jedoch beträchtlich. Wie die Küsten- und Inseloperationen im russisch-ukrainischen Krieg – insbesondere auf der Schlangeninsel – gezeigt haben, ist eine exponierte Besatzung ohne sichere und redundante Logistik extrem anfällig für eine Isolation und die schlussendliche Zerstörung. In den umkämpften Gewässern der zentralen Ostsee kann Russland keine nachhaltigen Versorgungslinien garantieren. Folglich würde es jeder auf diesen Inseln stationierten Streitmacht an strategischer Tiefe mangeln und sie könnte von der NATO zu einem Zeitpunkt ihrer Wahl systematisch neutralisiert werden.

Eskalation in der Arktis

Die Wahrscheinlichkeit eines russischen Angriffs auf Spitzbergen hängt stark vom übergeordneten strategischen Kontext ab. Als isolierte, „begrenzte Invasion“ zählt dieses Szenario zu den unwahrscheinlichsten Optionen. Im Falle eines umfassenden Krieges im Baltikum wird eine gleichzeitige Operation gegen Spitzbergen als Nebenkriegsschauplatz jedoch hochgradig wahrscheinlich. Russland würde wahrscheinlich versuchen, den Archipel in einen Vorposten für Luftabwehr, Antischiffsraketen, Radaranlagen und Drohnenoperationen umzuwandeln. Dies würde die Reichweite seiner A2/AD-Sperrzonen über den Nordatlantik ausdehnen, NATO-Verstärkungen blockieren und alliierte Luft- sowie Seestreitkräfte vom Hauptkriegsschauplatz ablenken. Die militärische Planung, wie sie bei den jüngsten „Zapad“-Manövern[8] zu beobachten war, deutet auf einen handstreichartigen Überfall hin: eine überraschende amphibische Landung unter dem Deckmantel von Marineübungen, der massierte Raketen- und Drohnenschläge auf norwegische Flugplätze und Häfen vorausgehen. Russlands Bastion auf der Kola-Halbinsel, strategische Bomber und die U-Boot-Flotte bilden eine robuste Basis für diese Anfangsphase.

Angriff auf Finnland und Norwegen

Laut The Denied War bleibt dies das unwahrscheinlichste, als Hauptoperation sogar nahezu unrealistische Szenario. Es würde eine direkte Bodenoffensive von Murmansk gegen die Finnmark (Norwegen) oder von Petrosawodsk in Richtung Joensuu und Rovaniemi im finnischen Lappland und in Karelien erfordern. Theoretisch bestünde das Ziel darin, eine defensive Pufferzone zum Schutz der nuklearen U-Boot-Stützpunkte auf der Kola-Halbinsel zu errichten und die Vorherrschaft über die Barentssee zu sichern. Obwohl offen zugängliche Quellen (OSINT) militärische Baumaßnahmen und Truppenaufwüchse in der Nähe der finnischen Grenze belegen – einschließlich neuer Divisionen und eines Armeekorps in Karelien –, scheinen diese Bemühungen primär defensiver Natur zu sein. Sie dienen der Sicherung der russischen Nordflanke, während die Hauptstreitkräfte andernorts gebunden sind, und nicht der Vorbereitung groß angelegter territorialer Eroberungen. Die dort vorhandenen Kräfte sind unzureichend, um ein weites, unwegsames Gelände gegen entschlossenen Widerstand einzunehmen und zu halten.

Ist Russland in der Lage, Europa anzugreifen?

Die aktuellen Schwierigkeiten auf dem ukrainischen Kriegsschauplatz könnten direkt zu einem begrenzten Angriff auf einen NATO-Mitgliedstaat beitragen. Im Kalkül des Kremls könnte die Eskalation etwa dazu dienen, eine sofortige Beendigung der westlichen Unterstützung für die Ukraine im Austausch gegen die Einstellung der eigenen Angriffe zu verlangen. Jüngste russische Maßnahmen bestätigen diese operativen Vorbereitungen. Dies gilt insbesondere für Wladimir Putins Dekret, das den Einsatz russischer Streitkräfte im Ausland unter dem Vorwand des Schutzes russischer Staatsbürger[9] autorisiert – eine Maßnahme, die zeitlich mit einer Desinformationskampagne gegen die baltischen Staaten im russischen Inland[10] zusammenfiel.

Die militärischen Fähigkeiten Russlands sollten nicht unterschätzt werden. Die Ukraine gehört aktuell zu den am stärksten befestigten, kampferprobtesten militärischen Schauplätzen der Welt. Jahrelange Anpassungen auf dem Gefechtsfeld haben die Region in einen äußerst letalen Kriegsschauplatz verwandelt, in dem sich eine große Anzahl Drohnen, Systeme elektronischer Kampfführung, Präzisionswaffen und umfangreiche ausgebaute Verteidigungsstellungen befinden. Europa stellt aus russischer Sicht jedoch nicht unbedingt die gleiche Herausforderung dar.

Paradoxerweise könnte Europa trotz der Gesamtüberlegenheit der NATO, die für die Kriegsführung der vorherigen Generation ausgelegt ist, unter den sich verändernden Rahmenbedingungen ein leichteres Ziel darstellen als die Ukraine. Erstens verläuft die europäische Wiederaufrüstung langsamer, als es das Bedrohungsumfeld erfordert. Trotz großer Ankündigungen verharren die militärischen Beschaffungszyklen im Modus von Friedenszeiten, während die russische Industrie zunehmend unter Kriegsbedingungen arbeitet.

Zweitens geht es nicht nur um Waffenarsenale, sondern in erster Linie um neue Wehrtechnologie und Soldaten, die diese im Krieg der nächsten Generation auch einsetzen könnten. Die europäischen Streitkräfte sollten sich nicht mit Russland vergleichen oder davon ausgehen, dass sie potenziell den gleich erbitterten Widerstand wie derzeit die Ukraine leisten würde. Nach vier Jahren hochintensiver Kriegsführung haben sowohl Russland als auch die Ukraine nicht nur immense Kampferfahrung gesammelt, sondern auch die grundlegenden Fähigkeiten für eine neue Generation des unbemannten, algorithmischen Abnutzungskriegs herausgebildet. Europaweit fehlen diese Fähigkeiten entweder ganz, oder ihr Aufbau hat gerade erst begonnen. Diese Lücke wird Russland exponentiell höhere taktische Fähigkeiten und einen asymmetrischen Vorteil auf einem europäischen Gefechtsfeld verschaffen. Für europäische Streitkräfte würde ein direkter Zusammenstoß nicht dem zermürbenden, langwierigen Kampf um eine Ortschaft wie Mala Tokmachka ähneln. Stattdessen wäre er wahrscheinlich durch einen raschen russischen Vorstoß in eine Tiefe von mehreren Dutzend Kilometern gekennzeichnet, flankiert durch die sofortige Einrichtung hochletaler kill zones.

Zahlreiche ukrainische „Red Teaming“- und theoretische Wargaming-Übungen haben diese Vulnerabilitäten[11] offengelegt. Dabei wurden jedoch nicht nur Defizite in der Einsatzbereitschaft der europäischen Streitkräfte deutlich, sondern auch politisches Zögern und Uneinigkeit in Krisenlagen. Die Ukraine ist zum weltweit größten Experimentierfeld für moderne Kriegsführung avanciert, was eine kontinuierliche Anpassung bei Drohneneinsatz, elektronischer Kampfführung, Zielbekämpfungszyklen, dezentralen Operationen sowie Gefechtsfeldinnovationen erzwingt. Viele europäische Streitkräfte verbleiben in einer früheren Phase dieses Adaptionsprozesses.

Drittens ist die Bedrohungswahrnehmung innerhalb Europas nach wie vor uneinheitlich. Die Staaten der Nord- und Ostflanke sehen Russland zunehmend als langfristige existenzielle Herausforderung an, während Teile Mittel-, Süd- und Westeuropas oft andere Sicherheitsbelange als vorranging einstufen. Zudem haben Jahrzehnte relativen Friedens strategische Kulturen geprägt, die das Krisenmanagement über die gesellschaftliche Mobilisierung stellten. Zwar haben die europäischen Gesellschaften erhebliche Solidarität mit der Ukraine gezeigt, doch sind die Unterstützung eines angegriffenen Partnerlands und die Inkaufnahme direkter militärischer Risiken grundlegend unterschiedliche politische Entscheidungen. Die Proteste gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland sind hierfür nur ein Beispiel.

Viertens stellt die allgemeine Unsicherheit in Bezug auf die Vereinigten Staaten, die selbst im Krieg gegen den Iran feststecken und offenbar nicht bereit sind, China in der Taiwan-Frage herauszufordern, eine weitere Variable in Russlands Berechnungen dar. Der Eindruck einer nachlassenden Bereitschaft seitens der USA, ein umfangreiches Engagement im Ausland aufrechtzuerhalten, die strategische Priorisierung des indopazifischen Raums sowie politische Debatten über die NATO-Verpflichtungen könnten Moskaus Einschätzung von Risiken und Chancen verändern. Schon immer hing der Bündnisfall nach Artikel 5 nicht ausschließlich von rechtlichen Verpflichtungen, sondern von politischer Entschlossenheit ab.

Letztendlich ist die Einschätzung der russischen Bedrohung keine simple Ja-nein-Vorhersage, ob Russland Europa angreifen wird oder nicht. Die langjährige Erfahrung der Ukraine in ihren antagonistischen Beziehungen zu Russland zeigt, dass Russlands tief verwurzelte strategische Kultur langfristig ausgerichtet ist. Der Kreml gestaltet das operative Umfeld schon weit im Voraus, sodass er zuschlagen kann, wenn sich günstige Gelegenheitsfenster öffnen. Bleiben diese geschlossen, sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs signifikant. Daher gilt ohne Übertreibung: Je besser Europa auf den Fall eines Angriffs vorbereitet ist, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt.

Die Frage lautet daher nicht, ob Russland den Krieg gegen die Ukraine weiter nach Europa hineintragen kann – sondern wie der Kreml diesen Schritt planen könnte.

Fazit

Die Debatten über die Möglichkeit eines russischen Angriffs auf Europa schwanken oft zwischen zwei Extremen: Der einen Seite zufolge machen Russlands schlechte Performance auf dem Gefechtsfeld in der Ukraine, der zunehmende wirtschaftliche Druck und die immensen Verluste eine direkte Konfrontation mit der NATO unwahrscheinlich. Laut der anderen Seite läuft der Countdown fast unausweichlich in Richtung Krieg bis 2029/2030. Beide Sichtweisen drohen damit eine weitaus komplexere Realität zu stark zu vereinfachen.

Die Frage ist nicht, ob Russland absolut betrachtet schwach oder stark ist. Die Frage ist, ob sich für Russland eine günstige Kombination aus Absichten, Fähigkeiten und Gelegenheiten ergibt.

Die Anzeichen deuten zunehmend darauf hin, dass Moskau systematisch Handlungsoptionen erarbeitet. Der Bericht The Denied War zeigt, dass die russische Militärdoktrin Aktivitäten unterhalb der Schwelle zum offenen Konflikt nicht vom konventionellen Konflikt trennt, sondern diese als aufeinanderfolgende Bestandteile eines einheitlichen Vorgehens betrachtet. Die aktuellen Aktivitäten in ganz Europa ähneln zunehmend eher einer operativen Vorbereitung des Einsatzumfelds als isolierten Übergriffen. Für sich genommen deuten sie nicht unbedingt auf eine militärische Eskalation hin; in ihrer Gesamtheit lassen sie jedoch darauf schließen, dass sie schrittweise Bedingungen schaffen sollen, unter denen es – entsprechende Gelegenheiten vorausgesetzt – zu einer Eskalation kommen könnte.

Zudem sollte die Bedrohung durch Russland nicht in erster Linie an der Anzahl von Panzern, Flugzeugen oder Divisionen gemessen werden. Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, dass numerische Vergleiche den sich wandelnden Charakter der Kriegsführung immer weniger erfassen können. Russland hat sich in mehreren entscheidenden Bereichen schneller angepasst, als viele erwartet hatten. Es hat große Teile seines Militärs in ein System umgewandelt, das auf unbemannte Technologien, elektronische Kriegsführung, Präzisionsschläge über große Entfernungen, dezentrale Operationen und eine hohe Verlusttoleranz setzt. Gleichzeitig hat es die Integration militärischer und nicht militärischer Instrumente in eine einheitliche strategische Logik fortgesetzt.

Europa steht vor einer anderen Herausforderung. Trotz seines beträchtlichen wirtschaftlichen und militärischen Gesamtpotenzials verläuft die Anpassung nach wie vor uneinheitlich. Die Aufrüstung schreitet zwar voran, folgt jedoch oft noch dem Rhythmus von Friedenszeiten und veralteten Prioritäten. Die Bedrohungswahrnehmungen der einzelnen Mitgliedstaaten weichen erheblich voneinander ab. Strategische Kulturen, die sich im Laufe jahrzehntelanger relativer Friedenszeiten entwickelt haben, beeinflussen weiterhin die gesellschaftliche und politische Risikobereitschaft. Viele europäische Streitkräfte befinden sich noch in den frühen Phasen der Anpassung an die Lehren aus der Ukraine.

Vor allem aber hängt Abschreckung nicht nur von Fähigkeiten ab, sondern auch von Wahrnehmungen. Moskau benötigt keine Erfolgsgewissheit, sondern lediglich hinreichende Zweifel an der Einheit und Reaktionsbereitschaft des Westens.

Wenn dies zutrifft, sollte sich Europa nicht nur auf die Möglichkeit einer russischen Aggression vorbereiten, sondern auf ein strategisches Umfeld, in dem die Unterscheidung zwischen Frieden und Krieg bereits zunehmend unklar geworden ist.

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 29.7.2026 aktualisiert.

 

[1] Vgl. Puglierin, Jana (2026): Wer verteidigt Europa? Hamburg, S. 48.

[3] Boiko, Stanislav, Davlikanova, Elena and Ogryzko, Lesia (2025): The Denied War. The Russian Grey-Zone Aggression against Europe and Its Unfolding Trajectory. https://sahasec.org/news/the-denied-war-the-russian-grey-zone-aggression-against-europe-and-its-unfolding-trajectory/ (Stand aller Internetquellen: 15. Juni 2026).

[4] Siehe Davlikanova, Elena (2026): Going mental: Russia’s cognitive war against Europe. European Policy Institute in Kyiv, 28. Mai.. epik.eu/publication/cognitive-war/.

[5] Petrenko, Roman (2025): Ukraine's Operation Spiderweb: 18 months in the planning, 41 Russian bombers hit – photos. In: Ukrainska Pravda, 1. Juni. www.pravda.com.ua/eng/news/2025/06/01/7515065/.

[6] Ukrainian intel reports Russia’s current missile stockpiles and production rate. In: The New Voice of Ukraine, 5. Mai 2026. english.nv.ua/nation/may-9-parade-how-putin-might-strike-back-at-kyiv-in-response-to-potential-drone-attack-list-50605543.html.

[7] Moiseienko, Oleksandr and Place, Joseph (2026): Russia Is Mass-Producing 1000-km Iskander Missiles That Can Reach Most of Europe, Leaks Reveal. In: Unity 24 Media, 18. Dezember. https://united24media.com/world/russia-is-mass-producing-1000-km-iskander-missiles-that-can-reach-most-of-europe-leaks-reveal-14383.

[8] Staalesen, Atle (2025): Cruise missiles over Franz Josef Land. In: Arctic Today, 4. September. www.arctictoday.com/cruise-missiles-over-franz-josef-land/.

[9] Protz, Anastasia (2026): Putin signs law enabling him to deploy Russian troops abroad to “protect” Russian citizens. In: Ukrainska Pravda, 25. Mai.  www.pravda.com.ua/eng/news/2026/05/25/8036357/.

[10] Kovalchuk, Olha (2026): Foreign ministers of eight countries condemn Russia's disinformation campaign against Baltic states. In: Ukrainska Pravda, 22. Mai. https://www.pravda.com.ua/eng/news/2026/05/22/8035998/.

[11] Burrows, Emma (2026): Ukrainian drone pilots turn a military exercise in Sweden into a critical warning for NATO. In: AP News, 12. Mai. apnews.com/article/russia-sweden-nato-gotland-trump-sabotage-europe-a50cec79865d7a85e913b7aca30b1fb5.

This work is licensed under CC BY-NC-ND 4.0

Zusammenfassung

Elena Davlikanova

Elena Davlikanova ist Senior Fellow beim Center for European Policy Analysis (CEPA, Washington, D. C.) und beim Sahaidachnyi Security Center (Kyjiw). Dr. Davlikanova ist Expertin für strategische Vorausschau, innenpolitische Entwicklungen in der Ukraine und Russland sowie Verteidigungs- und Sicherheitsfragen. Ihr Schwerpunkt liegt auf neuen Formen der Kriegsführung, insbesondere angesichts der anhaltenden Bedrohung der Ukraine durch Russland. Sie ist Mitautorin des CEPA-Berichts „Containing Russia, Securing Europe“ sowie weiterer Foresight-Studien, darunter „Scenarios: Ukraine 2032“ und „Scenarios: Russia 2032“. Im Jahr 2022 leitete sie die Forschungsarbeiten für das Buch „100+ Stories of Women and Girls from Russia’s War against Ukraine“ und die Publikation „Understanding Ukraine: The Battle of Narratives“.


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Alle Artikel dieser Ausgabe

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Würdevoller Abstieg? Deutschland und Europa in der Weltneuordnung
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Wie Russland seinen Krieg gegen Europa ausweiten könnte
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