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Wie Russland seinen Krieg gegen Europa ausweiten könnte

Von Elena Davlikanova

Dieser Artikel befasst sich mit der operativen Logik sowie den Bedingungen, unter denen Russland seine militärische Aggression gegen europäische NATO-Mitgliedstaaten ausweiten könnte. Die Autoren beziehen sich in ihrer Arbeit auf die Studie „The Denied War“ des Think Tanks Sahaidachnyi Security Center und den „Everywhere War Tracker“. Sie argumentieren, dass die vorherrschenden westlichen Bedrohungsanalysen, die auf quantitativen Truppenstärke-Berechnungen und Zeitplänen basieren, die qualitativen und strategischen Dimensionen der russischen Fähigkeiten bzw. Absichten systematisch unterschätzen. Ihre Analyse zeigt, dass sich Europa bereits nicht mehr in einem Zustand des Friedens befindet: Anhaltende Aktivitäten unterhalb der Schwelle zum offenen Konflikt – darunter Cyberoperationen, Infrastruktursabotage, Luftraumverletzungen und kognitive Kriegsführung – stellen aufeinander aufbauende Phasen der Vorbereitung des Einsatzumfelds dar und stehen im Einklang mit der russischen Militärdoktrin. Der Artikel identifiziert darüber hinaus kritische Asymmetrien in Bezug auf die Fähigkeiten der New Generation Warfare, insbesondere bei offensiven Luftoperationen, unbemannten Systemen, elektronischerKriegsführung und auf Abnutzung basierenden Taktiken; die europäischen Streitkräfte sind dadurch im Verhältnis zur Bedrohung strukturell unzureichend vorbereitet. Es werden fünf geostrategische Szenarien bewertet, wobei die Einnahme der Suwałki-Lücke als das operativ plausibelste identifiziert wird. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Abschreckung weniger vom gesamten militärischen Potenzial als vielmehr von der wahrgenommenen Einheit des Westens abhängt. Europa sollte seine Bereitschaftslogik neu ausrichten – auf ein strategisches Umfeld, in dem die Grenze zwischen Frieden und Krieg nicht mehr klar erkennbar ist.

Originalartikel