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Medizinische Ethik im militärischen Kontext – eine Herausforderung für Forschung und Lehre

Von Rupert Dirk Fischer

Im militärischen Bereich sind Medizinerinnen und Mediziner seit je mit besonderen ethischen Herausforderungen konfrontiert. Für den „Zwischenbereich ethischer Reflexion“ hat sich im Deutschen der ­Begriff Wehrmedizinethik herausgebildet, für die 2016 eine Lehr- und Forschungsstelle (LFWME) an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München eingerichtet wurde. Dirk Fischer stellt zunächst deren vielfältige Aufgaben vor, die von der Grundlagenforschung bis zur kritischen Teilnahme am internationalen wehrmedizinethischen Diskurs reichen, und nennt zugleich einige zentrale aktuelle Fragestellungen, unter anderem die im Rahmen von Traumafolgestörungen einhergehenden moralischen Verletzungen. Laut Fischer bedarf es für die erfolgreiche Bewältigung einer soldatischen Verwendung einer Trias aus physischer, mentaler und moralischer Fitness. Im Sinne einer notwendigen fundierten Ethikbildung plädiert er für eine „Ethik des Lehrens und des Lernens“, die auf wissenschaftliche Fundierung, kompetentes Personal und hochwertiges Angebot ebenso wie auf die Sensibilisierung für ethische Fragen und Probleme und eine Vermittlung verwendungsspezifischer bereichsethischer Inhalte setzt. Der an der LFWME erarbeitete Vorschlag eines dreistufigen Ausbildungskonzepts für den Sanitätsdienst kann hier paradigmatisch für andere Teilstreitkräfte stehen. Letzten Endes ist die Ethikausbildung durch kontinuierliche Fort- und Weiterbildungsangebote als lebenslanger Lernprozess zu konzipieren. Die Angebote der Militärseelsorge spielen in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle.

Originalartikel