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Es bleibt eine Entscheidung: Sexualisierte Gewalt in Kriegen und Konflikten

Von Eunice Otuko Apio

Die Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs sieht sexualisierte Gewalt in Konflikten nicht nur als Verbrechen Einzelner, sondern als Problem von weitaus größerer Tragweite. Sie sei eine billige Waffe der biologischen und psychologischen Kriegsführung. Die Beschäftigung mit den Dynamiken militarisierter Männlichkeit am Beispiel der Demokratischen Republik des Kongo zeigt, dass Machtausübung gegenüber Frauen oder Vergewaltigungen ganze gesellschaftliche Strukturen zerstören und neue aufbauen können. Dabei spielt auch die Ausbreitung von Krankheiten mittels sexueller Übergriffe eine Rolle. Ziel dieser Kriegsmethodik ist nicht nur, einzelne Menschen körperlich und seelisch zu verletzen, sondern auch soziale Beziehung nachhaltig zu zerreißen. „Erfolgreiche“ Gewaltausübung zeigt so zum einen die Wehrlosigkeit der angegriffenen Gemeinschaft auf, und zum anderen erzeugt sie ein Demütigungsgefühl unter den betroffenen Familien. Anzeichen dafür, wie bewaffnete Konflikte geführt werden, können schon in Friedenszeiten im gesellschaftlichen Umgang miteinander gesehen werden. Die beeinflussenden Faktoren innerhalb von Männergruppen umfassen dabei eine übertriebene Härte, Gewaltanwendung und Eroberungsdrang. Eine Zwangsläufigkeit der Verhaltensentwicklung aller Individuen in solchen sozialen Gebilden ergibt sich aber nicht. Vielmehr gibt es Handlungsspielräume, im Zuge derer sich Männer für oder gegen solche Taten entscheiden und damit den moralischen Charakter der Kriegsführung prägen. Die Schlüsselrolle für die erfolgreiche Eindämmung sexualisierter Gewalt in Konflikten liegt deshalb in einer ethisch fundierten soldatischen Ausbildung sowie in der rechtlichen Reglementierung, Dokumentation und Analyse solcher Taten durch geeignete Institutionen, einer gendersensitiven Aufarbeitung und einer konsequenten Strafverfolgung.

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