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Mehr Aufgaben, mehr Ressourcen, mehr Inklusion – Anforderungen an die Humanitäre Hilfe in Zeiten steigender Klimarisiken

Von Oliver Müller

Die Verschlechterung der Lebensbedingungen, Ernährungs- und Versorgungssicherheit in den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen der Welt, die häufig zugleich die geringste Kapazität zur Anpassung haben, stellt auch die Humanitäre Hilfe vor gewaltige Herausforderungen. Die bereits zu beobachtende und erwartbare weitere Zunahme von wetterbedingten Katastro­phen zwingt zum einen zu einer entsprechenden Anpassung bei Infrastruktur und Umfang von Nothilfemaßnahmen. Hinzu kommt, dass sich Klimawandelfolgen und Konflikte in vielfacher Hinsicht überlagern, bedingen und zu komplexen Krisen potenzieren. Ressourcenknappheit durch steigende Temperaturen und schwindende Selbstversorgungsmöglichkeiten kann in Teufelskreisen aus Entwurzelung, Verarmung und gewaltsamem Konfliktaustrag münden. Binnenmigration aufgrund von Klimafolgen erhöht die Zahl von Geflüchteten und Vertriebenen und führt nicht selten zum Verlust kultureller Identität und sozialem Abstieg.

Das Wissen um die beschriebenen Zusammenhänge, die Berücksichtigung lokaler Traditionen, die Inklusion der Zivilgesellschaft und Geschlechtergerechtigkeit sind entscheidende Voraussetzungen für Maßnahmen der Humanitären Hilfe sowie Krisenbewältigung und -prävention. Dabei wird es für Hilfsorganisationen über die verschiedensten technischen und infrastrukturellen Möglichkeiten der Anpassung hinaus mehr denn je darauf ankommen, die Verantwortlichkeit für Katastrophenvorsorge tief in den betroffenen Gesellschaften zu verankern. Dies alles wird jedoch nur von Erfolg getragen sein, wenn auf globaler Ebene Finanzierungsfragen geklärt werden und die Bekämpfung des Klimawandels auf Grundlage des Pariser Abkommens sowie der finanzielle Ausgleich der immensen Schäden und Verluste höchste Priorität genießt.

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