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Der Klimawandel als Risikoverstärker – Über die Zusammenhänge von Klimaveränderungen und Konflikten

Von Michael Brzoska

Veränderungen der natürlichen Umwelt, die durch den Klimawandel hervorgerufen werden, bleiben nicht ohne Rückwirkungen auf die Lebensbedingungen von Menschen und die Rahmenbedingungen für die Bearbeitung bzw. Lösung von Interessenkonflikten. Der Klimawandel ist somit auch ein Risikofaktor für Gewaltkonflikte, dessen Bedeutung aufgrund der Komplexität der Zusammenhänge mit wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Konflikttreibern nicht isoliert bestimmen lässt. Wichtiger als das Ausmaß der Umweltveränderungen ist dabei für die Konflikteskalation, zumindest auf absehbare Zeit, wie konfliktträchtig die Lage ist, in der diese Veränderungen stattfinden. Besonders hoch ist das Konfliktrisiko generell auf lokaler Ebene, weil auch der Klimawandel lokal die größten Auswirkungen hat, etwa in Extremwetterereignissen oder durch den Anstieg des Meeresspiegels. Die enge Verquickung der Auswirkungen des Klimawandels auf die Umwelt mit anderen Konfliktfaktoren eröffnet vielfältige Möglichkeiten, das Konfliktrisiko Klimawandel abzubauen. Allerdings verschlechtern sich mit fortschreitendem Klimawandel auch die Bedingungen für erfolgreiche Eindämmung des Konfliktrisikos. Risikofaktoren sind über den Klimawandel selbst hinaus auch die Gefahren einer Über- und Unterschätzung von dessen Bedeutung für das Konfliktgeschehen. Übertreibung kann zu Militarisierung und Unterschätzung zum Unterbleiben sinnvoller Aktivitäten zur Eindämmung des Risikofaktors Klimawandel führen.

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