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Corona als Sicherheitsrisiko: Zur Rolle des Militärs in der verunsicherten Gesellschaft

Von Markus Vogt und Rolf Husmann

Die Bundeswehr ringt mit einem neuen Leitbild. Ein wichtiger Aspekt dieses Selbstbildes ist die Beziehung zwischen Militär und Zivilgesellschaft. Während der Coronakrise ist den Streitkräften die Funktion einer Back-up-Ressource zugewachsen, die die Resilienz der Gesellschaft steigert. Der Artikel untersucht, welche Beiträge das Militär für die Gesellschaft leisten kann und welche Grenzen einem solchen Engagement in einer freiheitlichen Demokratie gesetzt sind. Dazu wird zuerst der Begriff der Resilienz erläutert, die auf Anpassungs- und Entwicklungsfähigkeit von Individuen wie Gesellschaften zielt und fragt, welche Potenziale zur Lösung unvorhergesehener Probleme und Krisen vorhanden sind. Kontingente Ereignisse werden unter diesem Blickwinkel nicht als Störfaktoren, sondern als Entwicklungsimpuls verstanden. Im Anschluss werden die vielfältigen Unterstützungsleistungen der Bundeswehr und anderer nationaler Streitkräfte in der Coronapandemie skizziert, die die Handlungsfähigkeit des Staates erhöhen, das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung stützen und so auch zu einem positiven Image des Militärs beitragen können. Dennoch gilt es  ̶  auch vonseiten der Politik und der Zivilgesellschaft  ̶– die von der Bundeswehr erwartete Hilfe im gebotenen, vom Grundgesetz vorgegebenen Rahmen zu halten, anstatt reflexartig Risikoeliminierung zulasten von Freiheit zu betreiben. Der Artikel plädiert für eine komplementäre „Risikomündigkeit“ durch ein stets neu auszutarierendes Gleichgewicht zwischen Freiheit, Risiko, Resilienz und Stabilität. 

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