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Die fehlerhafte Logik nuklearer Abschreckung als internationale Sicherheitsstrategie – Eine feministisch-postkoloniale Betrachtung

Von Madita Standke-Erdmann und Victoria Scheyer

Nukleare Abschreckung als Sicherheitsstrategie entstand in der Zeit der bipolaren Weltordnung und bildet auch heute noch ein wesentliches Element des neorealistischen Sicherheitsnarrativs. Der Schutz durch einen Nuklearschirm wurde als grundlegend für Sicherheit und als Mittel zum Frieden geframt. Mithilfe einer feministisch-postkolonialen Analyse betrachtet der Beitrag die Logik hinter diesem Narrativ und dekonstruiert das weltpolitische Machtspiel, das das nukleare Wettrüsten befeuert. Wir decken auf, wie patriarchale und imperialistische Strukturen diese Logik aufrechterhalten. Mit einem Blick auf die Atomtests in Französisch-Polynesien und auf den Marshall-Inseln und ihre Auswirkungen zeigen wir, wie rassifizierte und vergeschlechtlichte Mechanismen der Inklusion und Exklusion bestimmen, wer unter dem nuklearen Schutzschirm berücksichtigt wird und wer nicht. Denn Atomtests wurden mit der Notwendigkeit begründet, den Weltfrieden zu wahren – jedoch ohne Rücksicht auf die indigene Bevölkerung, die den Verlust ihrer Heimat und die daraus resultierenden soziale, wirtschaftliche und gesundheitliche Unsicherheit zu tragen hatte. Schließlich legen wir dar, dass die tief verwurzelten Logiken rassifizierter Ungleichheit und Ungerechtigkeit untrennbar mit einem System verbunden sind, das nukleare Abschreckung als Mittel zum Frieden erklärt.

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