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Wie dem Terror widerstehen? Impulse christlicher Ethik. Von Katharina Klöcker

Kurz gefasst von Cornelius Sturm

Transnational agierende Terrororganisationen wollen die freiheitliche Gesellschaft zerstören. Dazu tragen nicht nur öffentlichkeitswirksame Anschläge bei, sondern auch die Reaktionen darauf. Regelmäßig werden nach einem Terrorangriff Freiheitsrechte eingeschränkt, damit die Bürger sich sicher fühlen. Eine auf Sicherheit fixierte Politik aber schadet der Demokratie und spielt den Terroristen in die Hände.

Katharina Klöcker hält daher einen Perspektivwechsel in der Terrorbekämpfung für geboten. Impulse dafür findet sie in der christlichen Ethik. Eine erste Anregung gibt die Aufforderung Jesu, nach einem Schlag auch die andere Wange hinzuhalten. Für Klöcker bedeutet das keine ohnmächtige Unterwerfung. Entscheidend ist vielmehr der Gedanke, sich die Methoden eines Kampfes nicht vom Gegner diktieren zu lassen und Böses nicht mit Bösem zu vergelten.

Als zweite Anregung kommt die menschliche Verwundbarkeit ins Spiel. Gewaltsame Antiterrormaßnahmen resultieren oft aus dem Wunsch, unverwundbar zu sein. Dabei wird übersehen, dass vollkommene Sicherheit unmöglich ist und Freiheit stets auch Verletzlichkeit bedeutet. Eine demokratische Gesellschaft, die vor dem Terror sicher sein will, muss ihre eigene Verwundbarkeit kennen und schätzen.