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Was ist nur los mit der Inneren Führung? Von Oberst i.G. Dr. Uwe Hartmann

Kurzgefasst von Dr. Harald Keller

Das Prinzip der Inneren Führung bedarf der Anpassung an zeitgemäße Kategorien. So lautet das Ergebnis einer Bestandsaufnahme des Militärpädagogen und Mitbegründers des „Jahrbuchs Innere Führung“, Oberst i.G. Dr. Uwe Hartmann.

Eine zutreffende Einschätzung des Status Quo bedarf zunächst des Rückblicks auf die ursprünglichen Ziele der Inneren Führung. Das Konzept verdankt sich der besonderen Situation Westdeutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Einbindung in die westliche Verteidigungsgemeinschaft machte den Aufbau militärischer Strukturen nötig, die integraler Bestandteil des jungen, demokratisch verfassten Staates sein sollten. Die in die Verteidigungsarmee berufenen jungen Menschen sollten ihren Dienst als „Staatsbürger in Uniform“ verrichten, sollten geschützt sein gegen die Herabsetzung zum unmündigen Befehlsempfänger und waren aufgerufen, ihrerseits als politisch verständige Mitarbeiter einem etwaigen Missbrauch des Militärs durch totalitäre Kräfte selbstbewusst entgegenzuwirken.

Nach Hartmanns Erkenntnissen erlebt dieses Führungskonzept heute eine Krise. Kritik kommt demnach von zwei Seiten: Die eine verlangt eine Stärkung traditioneller Befehlsstrukturen, für die andere ist die Führungsphilosophie durch den Wandel der Konfliktfelder – Stichwort „hybride Kriege“ – nicht mehr zeitgemäß. Laut Hartmann basieren beide Varianten auf dem Missverständnis, die Innere Führung als statische Einrichtung zu begreifen. Tatsächlich aber ist die Innere Führung bereits von der Idee her ein dynamischer Prozess, der eine kontinuierliche Anpassung an die jeweils aktuellen Aufgaben vorsieht und gerade dadurch dem gravierenden Wandel militärischer Strukturen, Strategien und Technologien im 21. Jahrhundert besser gerecht zu werden vermag als festgefügte Strukturen konventionellen Musters.

An dieser Stelle zeigt Hartmann Defizite auf: Diese im Prinzip angelegte Anpassung ist bislang nur unzureichend erfolgt, wäre aber erforderlich, damit die deutsche Bundeswehr im Verbund mit ihren ausländischen Partnern ihren gesellschaftlichen Auftrag zuverlässig zu erfüllen vermag.

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