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Es geht noch besser! Medizin und die Debatte um Human Enhancement bei Soldaten. Von Dr. Bernhard Koch

Kurz gefasst von Gertrud Maria Vaske

Die Leistungsfähigkeit von Menschen zu verbessern – Human Enhancement ist im Militäreinsatz kein Gedanke mehr, sondern inzwischen weltweit strategische Realität. Dr. Bernhard Koch zeigt auf, wie wichtig die ethische Abwägung über Human Enhancement in militärischen Kontexten ist. Soldaten wird im Ernstfall Höchstleistung abgefordert. Die Frage nach dem Human Enhancement stellt die Militärmedizin vor neue ethische Herausforderungen, denn über die Zukunft des Militärs wird auch in diesem Bereich immer wieder diskutiert.

Ob laseroperative Korrekturen der Augenhornhaut, Nanochips für die Steigerung der sinnlichen Aufnahmeleistung oder Schmerzresistenz bei Folter durch biotechnologische Mittel – die Gefahren solcher sogenannter „Verbesserungsmittel“ sind derzeit nicht absehbar und langfristige Studien fehlen gänzlich. So ist häufig eine Drogenentzugstherapie notwendig oder es können sich aus dem verwendeten Material giftige Stoffe im Körper ablagern. Für Militärmediziner und Soldaten ergeben sich neue Fragen und militärmedizinisches Personal ist besonders gefordert. Inwieweit darf es sich an Human Enhancement bei Soldaten beteiligen? Aus militärischer und medizinischer Sicht können derartige Verbesserungsmittel hilfreich sein, aber ist es vertretbar, dass Soldaten sich selbst in derartiger Weise „verbessern“ lassen wollen oder sogar müssen? 

Koch eröffnet die heikle völkerrechtliche Frage, mit welchem Recht ein Soldat für ein Kriegsverbrechen noch zur Verantwortung gezogen werden könnte, wenn er beispielsweise durch ein Neuro-Enhancement geradezu ferngesteuert agiert? Ist es ein Widerspruch zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und des öffentlichen Gewissens, wenn Soldaten sich sogar als Waffe fühlen, wenn sie Human Enhancement erhalten? Damit militärmedizinethische Werte nicht in Vergessenheit geraten, lautet die Empfehlung des Autors Aufklärungsarbeit und verantwortungsvolles Handeln aller Beteiligten.

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